Hafenarbeiter vor Containerbrücken © dpa Foto: Marcus Brandt

Stellenabbau im Hafen: Gewerkschaften machen Front

Stand: 13.11.2020 11:39 Uhr

Im Hamburger Hafen bahnen sich harte Auseinandersetzungen um die Sparprogramme der Terminalbetreiber an. Die Gewerkschaft ver.di appelliert auch an die Stadt, Stellenabbau nicht zuzulassen.

50 Millionen Euro will die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), der größte Hamburger Hafenbetreiber, in den kommenden Jahren im laufenden Betrieb einsparen, Eurogate hat ein Sparprogramm in ähnlicher Höhe aufgelegt - und erst Anfang der Woche den Betriebsrat in Waltershof auf harte Zeiten eingeschworen. Auch betriebsbedingte Kündigungen sind dabei nicht ausgeschlossen. Begründung für den Sparkurs: die deutschen Häfen können im Vergleich zur Konkurrenz in Rotterdam und Antwerpen nicht mehr mithalten.

Gewerkschaft spricht von Mogelpackung

Die Gewerkschaft ver.di schlägt jetzt Alarm - und spricht von einer Mogelpackung. Der aktuelle Wirtschaftseinbruch sei durch Corona bedingt und dürfe nicht auf dem Rücken der Hafenarbeitenden ausgetragen werden, so Natale Fontana, Landesfachbereichsleiter Verkehr bei ver.di. Noch im vergangenen Jahr hätten die Hafenunternehmen Zuwächse eingefahren und in diesem Jahr trotz Corona im Ausland zugekauft. Die Gewerkschaft nimmt dabei auch die Stadt in die Pflicht: Investitionen in den Hafen müssen laut Fontana daran gekoppelt werden, dass Arbeitsplätze erhalten werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 13.11.2020 | 12:00 Uhr

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