Sprinkenhof Hamburg © picture alliance / Bildagentur-online/Joko

Sprinkenhof: Geringe Mietausfälle für Stadt Hamburg

Stand: 09.07.2021 07:34 Uhr

Hamburgs städtische Immobilienfirma Sprinkenhof ist gut durch die Pandemie gekommen: Die Stadt musste nur geringe Mietausfälle hinnehmen. Einzelbüros für Beamtinnen und Beamte soll es in Zukunft weniger geben.

Die Stadt verzeichne Mietausfälle in Höhe von elf Millionen Euro. Sprinkenhof-Leiter Martin Görge spricht von 267 Betroffenen, etwa Cafés in den lange geschlossenen Museen. "Wir haben wenige echte Mietausfälle, vor allem im Veranstaltungsgeschäft, gehabt", so Görge. "Die sind im Einzelfall aber schon schwer, aber in Bezug auf das Gesamtportfolio verkraftbar." Zu den elf Millionen Euro kommen noch knapp 50 Millionen Euro dazu, bei denen die Miete verspätet an die Stadt überwiesen wurde. Zwar boome nach Angaben der Sprinkenhof die Nachfrage nach Dauerparkplätzen, weil viele nicht mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren. Allerdings gebe es starke Einnahme-Verluste bei den Kurzzeit-Nutzerinnen und -Nutzern.

Sprinkenhof will Gebäude energie-sanieren

Die städtische Immobilienfirma will jetzt die Gebäude energie-sanieren. Bundesweit einmalig hat die Sprinkenhof alle Büros, Polizeiwachen, Theater und Museen auf mögliche CO2-Einsparung hin untersucht. Am meisten Sparpotenzial hätten demnach das Thalia-Theater und das Museum für Hamburgische Geschichte. Da gehe es nicht nur um Wärmedämmung, sagte Görge: "Wir haben uns alle Dächer angeguckt, um zu sehen: Wo können wir Photovoltaik aufbauen? Denn die Einsparziele werden wir nur mit Photovoltaik umsetzen können." Stromerzeugung auf fast allen öffentlichen Gebäuden strebt der Senat im Rahmen eines neuen Groß-Projektes an.

Weniger Einzelbüros für Beamtinnen und Beamte

Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) kündigte umfangreiche Änderungen in den Büros von Bezirken, Senatsverwaltung und Landesbetrieben hat. Demnach sei das Einzelbüro für bald Zehntausende Mitarbeitende ein Auslaufmodell - sogar der eigene Schreibtisch sei nicht länger garantiert, so Dressel. Corona und das Homeoffice hätten die Arbeitswelt verändert. Das Ziel des Senats sei es, "dass wir möglichst viel gemeinsam genutzte Räumlichkeiten haben - 'desk sharing' nennt man das, also modernere Arbeitswelten - ein bisschen weg vom klassischen Einzelbüro." Die Stadt habe bereits Zielzahlen vereinbart und beschlossen, dass eine Mitarbeiterin oder Mitarbeiter auf 28 Quadratmetern arbeiten sollten, sagte Dressel. "In der Realität sind wir noch bei 33." Dabei betonte der Finanzsenator: "Damit wollen wir sparen, denn Corona hat Löcher in den Haushalt gerissen."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 08.07.2021 | 15:00 Uhr

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