Frauen mit und ohne Kopftuch sitzen in einem Klassenraum. Auf einer Tafel steht Integrationskurs. © NDR Foto: Julius Matuschik

Sprachkurse für Geflüchtete: Kritik an Präsenzunterricht

Stand: 23.01.2021 06:01 Uhr

Der vielfach nötige Präsenzunterricht bei Hamburger Sprach- und Integrationskursen für Geflüchtete sorgt für Streit. Er steht im Widerspruch zum Wunsch nach mehr Infektionsschutz.

Es ist ein Dilemma, vor dem viele Anbieterinnen und Anbieter von Deutsch- und Integrationskursen in Hamburg stehen. Korinna Heimann vom Diakonischen Werk bewertet die Situation als "total problematisch". Einerseits gelte der Infektionsschutz, anderseits wolle man Lernerfolge nicht gefährden. Deshalb würden für Geflüchtete weiterhin neben Online- auch Präsenzkurse angeboten. So handhabt es auch der Träger "Bildung und Integration Hamburg Süd". Präsenzunterricht sei wichtig für bildungsferne Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Ohne WLAN keine Onlinekurse

Viele Geflüchtete hätten kein WLAN in den Unterkünften und verfügten nicht über nötige Computer oder Tablets. Bei der Volkshochschule besuchen mehr als 800 Migrantinnen und Migranten Deutschkurse, 200 davon weiter im Präsenzunterricht.

Susanne Röhse © NDR Foto: Marco Peter

AUDIO: Diskussion über Präsenzkurse in der Integration (1 Min)

GEW kritisiert den Präsenzunterricht

Das Thema ruft auch die Bildungsgewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) auf den Plan: Es sei für viele Lehrkräfte nicht nachvollziehbar, dass in anderen Bereichen das Leben heruntergefahren werde, aber bei ihnen weiterhin auf Präsenzveranstaltungen gesetzt werde, sagt sie. Die GEW fordert, dass das Lernen auch hier komplett auf Online umgestellt wird.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 23.01.2021 | 07:00 Uhr

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