Stand: 14.05.2020 21:28 Uhr

Senator: Jüngere Schüler besser bei Corona-Regeln

Schulsenator Ties Rabe spricht beim Sonderausschuss "Bewältigung der Corona-Krise". © Hamburgische Bürgerschaft Foto: Screenshot
Schulsenator Ties Rabe sprach im Ausschuss über die bisherigen Erfahrungen an Schulen.

Wie werden die Corona-Abstandsregeln an den Hamburger Schulen umgesetzt? Das war eines der Themen des zur Corona-Krise eingesetzten Sonderausschusses der Bürgerschaft am Donnerstag. Schulsenator Ties Rabe (SPD) gab dabei überraschende Erkenntnisse preis: Jüngere Schüler würden sich besser an Hygiene- und Abstandsregeln halten als ältere Schüler.

Lehrkräfte müssen an Bushaltestellen aufpassen

Man habe erwartet, dass sich ältere Schüler mehr an die Vorgaben halten würden als jüngere, sagte Rabe bei der Sitzung. Aber es sei genau umgekehrt. "Die Rückmeldungen aller Schulen zeigen, dass die Kleinen zwar ab und zu unaufmerksam sind und dabei die Regeln verletzen, dass sie sie aber akzeptieren und einhalten wollen." Je älter die Schüler seien, desto weniger ernst würden sie diese Fragen nehmen. Inzwischen seien Lehrkräfte abgestellt, um an den Bushaltestellen vor der Schule aufzupassen. "Weil es dort zu großen Verbrüderungsszenen kommt - und das ist leider immer eine Frage der Älteren."

Bisher hatten die Schulen ihre Türen nur Schülern und Schülerinnen der Abschlussklassen, der 4. Grundschulklassen sowie der Klassenstufen 6 und 11 der Gymnasien und der Klassenstufe 12 der Stadtteilschulen geöffnet. Ab dem 25. Mai sollen auch alle anderen wenigstens einmal pro Woche mindestens fünf oder sechs Unterrichtsstunden in der Schule bekommen.

Leonhard: 19.000 Firmen mit Kurzarbeit

Im Sonderausschuss ging es im Anschluss um das Thema Soziales. Mehr als 19.000 Firmen hätten bereits Kurzarbeit angemeldet, mehr als 14.000 Menschen in Hamburg müssten wegen der Krise bereits Hartz IV beantragen, darunter auch viele, denen das Kurzarbeitergeld nicht zum Leben reicht, wie Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) sagte. Die Tafeln in Hamburg seien Ende März und Anfang April "extrem ausgelastet". Die Gründe seien "eine höhere Nachfrage und sehr viele ältere Ehrenamtliche, die für die Arbeit nicht mehr zur Verfügung stehen konnten", sagte sie. Inzwischen habe sich die Situation etwas entspannt.

Wie bereits in der ersten Sitzung des Sonderausschusses blieben auch diesmal die Fragen der Opposition im Ausschuss sachlich und ruhig, es gab nur sehr wenig grundsätzliche Kritk am Kurs des Senats. Das am 22. April eingesetzte Gremium besteht aus 20 Mitgliedern, nahm seine Arbeit am 30. April auf und tagt in der Regel alle zwei Wochen. Er soll die Bewältigung der Krise parlamentarisch begleiten, solange noch nicht alle Fachausschüsse eingesetzt sind.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 14.05.2020 | 21:00 Uhr

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