Schwere Zeiten für Hamburgs betreute Spielplätze

Stand: 27.03.2021 17:43 Uhr

Auf 18 Spielplätzen in Hamburg können Kinder von Ehrenamtlichen betreut werden. Doch die Förderung der Stadt für die "Aktion Kinderparadies" läuft jetzt aus.

Spielen ohne Mama und das nicht in der Kita: Auf einem Spielplatz im Stadtpark betreuen Ehrenamtliche die Kinder vormittags gegen einen kleinen Beitrag - immer draußen und auch in Corona-Zeiten, in denen Kitas nur eingeschränkt zugänglich sind. Eine Erleichterung für viele Eltern.

"Mein Sohn wird jetzt 15 Monate alt und einen Kitaplatz hat er erst mit zwei Jahren", erzählt eine Mutter. "Wegen Corona gab es nirgendwo Krabbelgruppen und er kam nie unter Kinder. Deswegen fand ich die Idee gut, dass ich ihn hier unter andere Kinder bringen kann." Das Infektionsrisiko sei auf dem Spielplatz viel geringer als in der Kita, weil die Kinder immer draußen seien, meint eine andere Mutter.

Ab April keine Förderung mehr

Seit 1952 gibt es das Angebot betreuter Spielplätze, zunächst von den damals liebevoll "Parktanten" genannten Damen. Lange wurde die "Aktion Kinderparadies" von der Sozialbehörde unterstützt - zuletzt mit etwa 55.000 Euro im Jahr. Zum Monatsende stellt sie die Förderung nun ein. Denn seit 2014 ist die Zahl der betreuten Kinder von 120.000 auf 20.000 gefallen.

"Wir leben in einer Stadt, in der es Betreuungsangebote kostenfrei oder mit angemessener Zuzahlung gibt", sagt Martin Helfrich, Sprecher der Sozialbehörde. "Darüber hinausgehende Betreuungsangebote sind nicht erforderlich, um die reine Betreuung von Kindern abzudecken."

Sieben betreute Spielplätze noch geöffnet

18 betreute Spielplätze gibt es insgesamt, 7 sind derzeit geöffnet. Das Angebot gehe weit über eine bloße Betreuung hinaus, meint Linde Kohl-Jürgens, Vorsitzende von "Aktion Kinderparadies". "Wir glauben, dass die Sozialbehörde nicht ganz erfasst hat, was wir leisten. Und welche Funktion wir haben im Stadtteil, im Umfeld der Familien." Man biete auf den Spielplätzen auch Prävention, "wenn Eltern einfach nicht mehr wissen, wohin mit ihren Kindern." Sie würden auf den betreuten Spielplätzen entlastet.

Die Betreuerinnen wollen noch nicht aufgeben, sondern sich im kommenden Jahr erneut um die Förderung bewerben. So lange hoffen sie auf Spenden.

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 27.03.2021 | 19:30 Uhr

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