Stand: 11.09.2019 19:46 Uhr

Schwere Vorwürfe gegen Schäfer und Bezirksamt

Tote Lämmer, Schafe mit gebrochenen Beinen und Tiere, die von Hütehunden angefallen werden: Solche Zustände beklagt der Hamburger Tierschutzverein bei einer Herde auf den Deichen der Süderelbe. Die Tierschützer werfen dem Veterinäramt des Bezirksamts Hamburg-Mitte vor, sich nicht ausreichend um die Gesundheit der Deichschafe dort zu kümmern. Die Tiere seien krank und hätten zum Teil auch kein Wasser.

Stadt soll Schäfer kündigen

Der Schäfer vernachlässige seine Tiere sträflich, so der Vorwurf. Dabei werde er sogar von der Stadt dafür bezahlt, mit seinen 1.000 Schafen die Deiche instand zu halten. Da mehrere Kontrollen des Veterinäramtes nicht zu besseren Haltungsbedingungen geführt hätten, müsse der Bezirk nun seinen Vertrag mit dem Schäfer kündigen, fordern die Tierschützer.

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Die Tierschützer halten dem Schäfer und der Behörde unter anderem vor, dass sich Tiere an schlechten Zäunen verletzen würden.

Das Bezirksamt Hamburg-Mitte weist die Kritik zurück: Die Herde sei mehrfach kontrolliert und Schafe mit Klauenkrankheiten von gesunden Tieren getrennt worden. Sollten weitere Tiere erkranken, sei das Bezirksamt auf Hinweise angewiesen. "Wir können ja nicht 24 Stunden neben der Weide stehen", sagte eine Sprecherin.

Schäfer streitet Vorwürfe ab

Der Schäfer selber streitet die Vorwürfe ab. Kranke Tiere, die mit der sogenannten Klauenfäule befallen waren, habe er behandeln lassen - allerdings habe er nicht immer alle 1.000 Schafe im Blick gehabt. Dafür fehle ihm das Personal. Daher habe er kranke Tiere übersehen, sagte er dem Hamburg Journal.

Das Veterinäramt bescheinigt dem Schäfer, überfordert zu sein. Ende September läuft sein Vertrag mit der Stadt aus. Er wird wohl nicht verlängert werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 11.09.2019 | 07:00 Uhr

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