Stand: 21.02.2020 20:50 Uhr

Schulessen: Behörde und Caterer einigen sich

Die Hamburger Schulbehörde hat sich im Streit über die Essenspreise mit den Lieferanten der Schulkantinen geeinigt und will die Qualität des Mittagessens an den Schulen verbessern. Der Preis für ein Mittagessen werde ab August 2020 von bisher 3,50 Euro auf 3,90 Euro angehoben, teilte die Behörde am Freitag mit. "Den Kindern und Eltern entstehen in diesem Jahr keine Mehrkosten, denn die Schulbehörde wird die Preissteigerung von 40 Cent pro Mittagessen ausgleichen", sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD). Ob die Stadt auch ab 2021 für die Preissteigerungen aufkommt, ist unklar. Das werde später entschieden, so Rabe.

Caterer: "Preiserhöhung lange überfällig"

Für die Hamburger Caterer erklärte Okan Saiti: "Diese Preiserhöhung war lange überfällig! Jetzt muss es gemeinsam mit der Politik weitergehen: Wir brauchen eine langfristig gesicherte Entlastung der Eltern, damit mehr Kinder in den Ganztagsschulen am Essen teilnehmen können", sagte er. "Und wir wollen den Qualitätsstandard weiterentwickeln - mehr Bio und mehr regionale Produkte." Gute Qualität sei aber nicht zum Nulltarif zu haben.

CDU: Behörde reagiert zu spät

Kritik kam von der CDU. Die Schulbehörde habe erst nach wochenlangem Druck eingelenkt, monierte die Bürgerschaftsabgeordnete Birgit Stöver. "Die Preiserhöhung ist aus Sicht der CDU-Fraktion richtig und wichtig, um gesundes und auch weiterhin qualitativ hochwertiges Schulessen sowie eine faire Entlohnung der Caterer der Schulkantinen zu garantieren", sagte sie. Nur im ersten Schritt garantiere die Schulbehörde, die Erhöhung vollumfänglich selbst auszugleichen - das sei zu kurz gesprungen.

Rund 70.000 Mahlzeiten am Tag für Schulkinder

An normalen Schultagen werden den Angaben zufolge mehr als 70.000 Mahlzeiten von den knapp 50 Catering-Betrieben für die Mädchen und Jungen an den 370 staatlichen Schulen zubereitet. Diese Gesamtkosten von künftig 70 Millionen Euro finanzierten die Schulbehörde mit rund 24 Millionen Euro, der Bund mit rund 20 Millionen Euro und die Eltern mit rund 26 Millionen Euro pro Jahr. Rund ein Drittel aller Kinder dürften kostenlos in der Schule essen, weil ihre Familien kein Einkommen beziehen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 21.02.2020 | 17:00 Uhr

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