Stand: 06.03.2020 14:34 Uhr

Schüsse auf Rockerboss: Freundin nimmt Schuld auf sich

Im Prozess um die Schüsse auf einen Rockerboss am Millerntorplatz vor eineinhalb Jahren bestätigt sich immer mehr, dass die Freundin des mutmaßlichen Auftraggebers diesen vor dem Gefängnis bewahren will. Vor dem Hamburger Landgericht wurde am Freitag ein Brief der Frau verlesen, in dem sie sich selbst als Drahtzieherin des Mordversuchs darstellt.

Frau schrieb Brief ans Landgericht

"Ich liebe ihn mehr als mein Leben," heißt es in dem Brief der Frau über ihren angeklagten Freund. Und: "Ich kann nicht damit leben, dass Arasch unschuldig im Gefängnis sitzt." Das hat die Frau vorigen Juli an das Landgericht geschrieben, unmittelbar, nachdem ihr Freund zu lebenslanger Haft verurteilt worden war. Er soll die Schüsse auf den "Hells Angels"-Boss in Auftrag gegeben haben.

Chance auf Freispruch in neuem Prozess

Nach Schüssen auf den Fahrer untersuchen Polizisten einen weißen Bentley auf Hamburg-St.Pauli. © picture alliance/dpa Foto: Mücahid Güler
Ende August 2018: Der Rockerboss saß in einem weißen Bentley, als ihn die Schüsse trafen.

Der Rocker wurde aus dem Auto heraus niedergeschossen. Jetzt hat der mutmaßliche Auftraggeber aber einen neuen Prozess und die Chance auf einen Freispruch. Sein Prozess wurde wegen eines Formfehlers neu aufgenommen. Und plötzlich nimmt seine Freundin alle Schuld auf sich. Ende Februar hatte sie als Zeugin behauptet, sie habe den Mordversuch an dem Rocker geplant und die Pistole dafür besorgt.

Verurteilte Frau hat nichts mehr zu verlieren

Und in dem Brief, der nun am Freitag verlesen wurde, schrieb sie: "Arasch ist der ehrlichste Mensch mit dem reinsten Herzen." Die Frau hat selbst nichts mehr zu verlieren. Da sie den Auftragskiller damals zum Tatort gefahren hatte, sitzt sie bereits in Haft. Sie ist bereits rechtskräftig zu zwölfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Weitere Informationen
Ein weißer Bentley wird nach Schüssen auf den Fahrer von der Polizei auf Hamburg-St. Pauli untersucht. © NDR Foto: Kai Salander

Schüsse auf Rockerboss: Neue Wende

Im Prozess um die Schüsse auf einen Rockerboss der "Hells Angels" am Hamburger Millerntor gibt es eine neue Wendung. Die Freundin des mutmaßlichen Auftraggebers will für die Tat verantwortlich gewesen sein. (24.02.2020) mehr

Ein Angeklagter sitzt im Saal des Hamburger Landgerichts im Prozess nach Schüssen auf einen Rockerboss im Stadtteil St. Pauli. © dpa Foto: Daniel Bockwoldt

27-Jähriger gesteht Schüsse auf Rockerboss

Im Prozess um die Schüsse auf einen Rockerboss der "Hells Angels" am Hamburger Millerntor gibt es ein Geständnis. Ein 27-jähriger Angeklagter räumte ein, mit der Tat beauftragt worden zu sein. (13.02.2020) mehr

Im Prozess um Schüsse auf einen Rockerboss verdeckt ein Angeklagter sein Gesicht. © picture alliance/dpa Foto: Axel Heimken

Schüsse auf Rockerboss: Schütze will auspacken

Vor dem Hamburger Landgericht wird der Prozess um die Schüsse auf einen Rockerboss am Millerntor neu aufgerollt. Der geständige Schütze will in seiner Aussage die Mitangeklagten belasten. (06.02.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 06.03.2020 | 15:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

Ein PKW in der Waitzstraße hat erneut eine Schaufensterscheibe zerstört. © NDR Foto: Carl-Georg Salzwedel

Der nächste Schaufenster-Unfall in der Waitzstraße

Die Hamburger Waitzstraße soll nach vielen Unfällen sicherer werden, doch jetzt hat es erneut gekracht. mehr

Zwei Gartenstühle lehnen an einem Gartentisch. Der Tisch ist dadurch sichtlich gesperrt. © picture alliance Foto: Karl-Heinz Spremberg

Neue Corona-Einschränkungen: Gastronomen entsetzt

Die verschärften Corona-Maßnahmen treffen zahlreiche Branchen in Hamburg. Vor allem Gastronomen haben kein Verständnis. mehr

Ein Abstrichstäbchen wird in einer Corona-Test- Einrichtung gehalten. © picture alliance/dpa Foto: Britta Pedersen

390 neue Corona-Fälle in Hamburg gemeldet

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Hamburg bleibt auf einem hohen Niveau. Der Sieben-Tage-Wert steigt auf 119,2. mehr

Eine Animation des neues Eisbrechers der Pellas Sietas Werft. © Pella Sietas Werft

Sietas-Werft: Großer Eisbrecher auf Kiel gelegt

Der größte jemals in Deutschland gebaute Eisbrecher wird rund 120 Meter lang und soll im Osten Russlands eingesetzt werden. mehr