Schüsse auf Frau und Jungen: 23-Jähriger vor Gericht

Stand: 31.08.2021 12:28 Uhr

Im März ist im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg eine 52 Jahre alte Frau lebensgefährlich verletzt worden. Der Täter hatte ihr in den Kopf geschossen und auch auf einen 13-jährigen Jungen gezielt, der bei ihr stand.

Seit Dienstag ist der mutmaßliche Schütze vor dem Hamburger Landgericht wegen versuchten Mordes angeklagt. Der Tat ging monatelanges Stalking voraus. Die niedergeschossene Frau ist die Mutter einer heute 18-Jährigen, in die der Angeklagte offenbar verliebt war.

Bedrohliche Nachrichten und Penis-Fotos an falsche Adresse

Über Social Media schickte er der jungen Frau Nachrichten, die immer bedrohlicher wurden. Auch Fotos seiner Geschlechtsteile versandte er. Allerdings hatte der 23-Jährige die falsche Adresse erwischt: Die Nachrichten kamen nie bei der Abiturientin an, sondern bei einer anderen unbeteiligten Frau ähnlichen Namens.

Der Beschuldigte habe gedroht, dass sie ihr Leben ohne ihre Familie im Rollstuhl verbringen werde und "dass er sich nur schwer aufhalten könne, nicht der ganzen Familie in den Kopf zu schießen". Die Empfängerin der Drohungen habe bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstattet, sagte ein Gerichtssprecher.

23-Jähriger gestand die Tat

Vor einem Jahr dann ein erster Angriff: Da soll er der 18-Jährigen bereits einmal aufgelauert und sie geschlagen haben. Im März dann soll er wieder vor dem Hochhaus am Karl-Arnold-Ring gewartet haben. Als die Mutter der jungen Frau mit ihrem 13-jährigen Sohn kam, soll er er vier Mal auf die beiden geschossen haben. Der Junge blieb unverletzt, die Mutter kam mit Kopfverletzungen auf die Intensivstation. Der Angeklagte wurde kurz nach der Tat festgenommen. Er gestand die Schüsse.

Die Strafkammer hat acht weitere Verhandlungstermine bis Mitte Dezember angesetzt. Für den nächsten Prozesstag kündigte sein Verteidiger eine Erklärung an.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 31.08.2021 | 13:00 Uhr

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