Stand: 19.04.2019 16:42 Uhr

Schüler demonstrieren auch am Karfreitag

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Mehr als 300 Jugendliche versammelten sich zum Start einer Mahnwache am Jungfernstieg.

Keine Pause für die Bewegung "Fridays for Future": Schüler und Studenten haben auch am Karfreitag für einen besseren Klimaschutz demonstriert. In Hamburg beteiligten sich mehr als 300 junge Aktivisten an einer Mahnwache am Jungfernstieg.

Leise Kundgebung

Es war eine leise Demonstration, Parolen waren nicht zu hören, keine Schlachtrufe und auch keine laute Musik. Von Weitem wirkte es wie ein großes Picknick. Mehrere Hundert zumeist junge Menschen saßen auf Decken, aßen, tranken und tauschten Erfahrungen aus - Schüler, Studenten und Familien mit Kleinkindern. Einige hielten Plakate hoch, mit Aufschriften wie: "Klima retten jetzt", "Wir wollen leben" oder "Safe the planet".

Weniger Teilnehmer als an anderen Freitagen

Unterm Strich waren es deutlich weniger Teilnehmer als an anderen Freitagen. Organisator Malte Woltersdorf war trotzdem zufrieden: "Wir haben 80 Leute angemeldet und sind jetzt 300. Wir haben heute beschlossen, da ja Karfreitag ist und wir leise sein müssen, dass wir uns alle auf den Boden setzen und ein kleines Picknick veranstalten."

Schüler wollen zeigen, dass sie nicht nur schwänzen

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"Fridays for Future" in Hamburg

Auf die Demo statt in die Schule oder zur Uni: Seit Wochen protestieren Schüler und Studenten jeden Freitag auch in Hamburg. Was wollen sie erreichen? Video (00:39 min)

"Und ich finde es mega, dass wir trotzdem so viele Schüler sind, um zu zeigen: Wir wollen nicht nur Schule schwänzen", sagte Woltersdorf. Vielen Teilnehmern war es wichtig zu zeigen, dass die Tradition "Fridays for Future" fortgesetzt wird – auch an freien Tagen und bei schönem Wetter wie an diesem Karfreitag.

Demos in mehreren Städten

In 18 weiteren deutschen Städten gab es ebenfalls Kundgebungen, zum Beispiel in Berlin, Köln und München. Greta Thunberg, die Initiatorin der Schülerstreiks, demonstrierte mit Schülern in Rom. "Ich weiß, dass es ein Feiertag ist, aber weil die Klimakrise nicht in Urlaub geht, werden wir es auch nicht", schrieb sie auf Twitter.

Unter dem Motto "Fridays for Future" gehen seit mehreren Wochen junge Menschen weltweit freitags auf die Straße, anstatt die Schule oder die Universität zu besuchen. Sie fordern eine bessere Klimapolitik. In Hamburg hatten allein in der vergangenen Woche rund 2.000 Schüler und Studenten in der Innenstadt demonstriert.

Was kann ich im Alltag für Klima und Umwelt tun?

Technik

  • energiesparende Geräte kaufen
  • Standby-Modus bei Geräten ausschalten oder den Stecker ziehen
  • sparsame LED-Leuchten nutzen
  • Fairphone nutzen
Beim Einkaufen
  • eigene Tragetasche beim Einkaufen nutzen
  • unverpackte Produkte kaufen
  • Mehrwegbecher statt Papierbecher benutzen
Zu Hause
  • "Bitte keine Werbung"-Sticker auf den Briefkasten kleben
  • beim Kochen den Deckel auf den Topf legen und nicht zu große Platte nutzen
  • duschen statt baden
  • Wäsche bei maximal 60 Grad waschen
  • Recycling(klo-)papier nutzen
Unterwegs
  • Auf Flugreisen wegen des hohen CO2-Ausstoßes möglichst verzichten
  • Auf Kreuzfahrten wegen des Stickoxid-Ausstoßes möglichst verzichten
  • Autofahrten - vor allem innnerstädtisch - vermeiden
  • Car-Sharing nutzen
  • den öffentlichen Nahverkehr oder das Fahrrad nutzen
Im Garten

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 19.04.2019 | 14:00 Uhr

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