Ein menschenleerer U-Bahnsteig in Hamburg. Die Gewerkschaft Ver.di hat zu einem 24-stündigen Warnstreik aufgerufen. © picture alliance, dpa Foto: Bodo Marks

Schlichtungsgespräche zwischen Ver.di und Hochbahn

Stand: 07.12.2020 20:28 Uhr

In Hamburg haben sich die Hochbahn und die Gewerkschaft ver.di nach den geplatzten Tarifverhandlungen am Montag wieder an einen Tisch gesetzt. Beide Seiten haben sich auf eine Schlichtung geeinigt.

Ver.di hatte vor gut einer Woche ihren Einfluss deutlich gemacht: Am ersten Adventssonnabend fuhren in Hamburg weder U-Bahnen noch Busse wegen eines Warnstreiks. Die Hochbahn nannte die Aktionen "unverantwortlich".

Mehr Geld und kürzere Schichten gefordert

Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten in Hamburg unter anderem Entlastungstage für Schichtarbeit, die Erfassung von Überstunden ab der ersten Minute bei Fahrzeugverspätungen und eine Begrenzung der täglichen Arbeitszeit auf neun Stunden. Die Hochbahn bietet laut Gewerkschaft nur die Erhöhung aus dem öffentlichen Dienst an.

"Nicht zu stemmen"

Personal-Vorständin Claudia Güsken erwartet, dass sich die Gewerkschaft bewegt. Die aktuellen Forderungen seien "schlicht nicht zu stemmen". Die Hochbahn befördert in Corona-Zeiten weniger Fahrgäste und macht nach eigener Angabe mehr als 100 Millionen Euro Verlust.

Die Verhandlungen sind kompliziert, da es technisch gesehen gleich um zwei Tarifverträge geht: Der eine dreht sich um mehr Geld, der andere um Entlastung der Beschäftigten, zum Beispiel bei der Erfassung von Überstunden, der Länge von Schichten und durch Ausgleichstage.

Gibt es eine Corona-Prämie?

Ver.di bietet nach eigener Angabe nach wie vor an, die Verhandlungen bis zum späten Frühjahr 2021 auszusetzen, wenn es für die U-Bahn- und Busfahrerinnen und Busfahrer eine Corona-Prämie gibt. Für die Schlichtung sind zwei Tage veranschlagt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 07.12.2020 | 07:00 Uhr

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