Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (l, parteilos) und Jens Meier, Geschäftsführer der Hamburg Port Authority (HPA), zeigen auf einen Schierlings-Wasserfenchel in einer Flachwasserzone auf der Billwerder Insel. © picture alliance/dpa Foto: Jonas Walzberg

Schierlings-Wasserfenchel: Ausgleichpflanzungen fertig

Stand: 09.08.2021 15:48 Uhr

Fast wäre an ihm die Elbvertiefung gescheitert, dann entschied das Bundesverwaltungsgericht: Wenn Hamburg eine Ausgleichsfläche für den bedrohten Schierlings-Wasserfenchel schafft, dann kann gebaggert werden. Jetzt sind die Ausgleichspflanzungen offiziell abgeschlossen.

Neue Heimat sind zwei ehemalige Absetzbecken vom Wasserwerk Kaltehofe. Mit künstlichen Inseln und Prielen wurde in den alten Becken ein Gebiet geschaffen, das über den Holzhafen von der Tide beeinflusst ist. "Der Schierlings-Wasserfenchel mag gerne strömungsberuhigte Flachwassergebiete und das ist genau das, was wir hier hergestellt haben. Und er mag es gerne nass", sagte Projektleiterin Carmen Eggers. Die Pflanze kommt weltweit nur an der Tideelbe vor.

Westhagemann und Meier pflanzen mit

Rein in die Gummistiefel hieß es dann am Montag für Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) und HPA-Chef Jens Meier. Die beiden packten mit an, um die letzten 600 von insgesamt 1.700 Schierlings-Wasserfenchel zu pflanzen. Meier ist vom 11-Millionen-Euro-Projekt begeistert. "Am Ende haben wir damit ja die Basis geschaffen, dass die für den Hamburger Hafen so wichtige Fahrrinnenanpassung auch umgesetzt werden konnte", sagte Meier.

Kritik an der Pflanzaktion

Kritik kommt dagegen von den Umweltverbänden BUND, Nabu und WWF: Sie fürchten, dass sich der Schierlings-Wasserfenchel in Kaltehofe auf Dauer nicht halten wird. "Während die Verschlickung der Elbe weiter zunimmt, der Stadt die zu entsorgenden Schlickmengen über den Kopf wachsen und die Elbfische bei Sommerhitze tonnenweise ersticken, lassen sich die Verantwortlichen mit dem Spaten fotografieren", sagte Hamburgs Nabu-Chef Malte Siegert. Die BUND-Vorsitzende Christiane Blömeke sagte, mit der Pflanzaktion werde die Öffentlichkeit bewusst genarrt, um die Schäden der Elbvertiefung kleinzureden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 09.08.2021 | 15:00 Uhr

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