Stand: 09.06.2020 10:16 Uhr

Schärfere Regeln erschweren Seenotrettung von Flüchtlingen

Das Bundesverkehrsministerium in Berlin hat die Regeln für private Flüchtlingsretter und -retterinnen verschärft. Dadurch können sie nicht mehr zu Einsätzen wie im Mittelmeer starten, befürchten der Hamburger Verein RESQSHIP und andere Organisationen.

Änderung betrifft kleinere Boote

Es ist eine kleine Änderung in einer Verordnung des Bundes, die das Aus für mehrere private Seenotretter und -retterinnen im Mittelmeer bedeuten kann: Einige von ihnen sind mit kleineren Schiffen im Einsatz, die bislang als Sportboote zugelassen werden konnten. Das aber geht nach der neuen Regelung des Bundesverkehrsministeriums nicht mehr ohne Weiteres. Darin heißt es, dass Jachten und Sportboote, die "im Bereich des Umweltschutzes, der Seenotrettung … oder anderer humanitärer Zwecke" eingesetzt werden, strengere Auflagen erfüllen müssen als bislang.

Aufwendige Umbauten nötig

Das seien Bedingungen ähnlich wie bei Berufsschiffen, sagt der Hamburger Kapitän Ingo Werth. Bei dem aktuellen Schiff des Vereins RESQSHIP müssten etwa deutlich kleinere Bullaugen, neue Abgasleitungen, neue Einstiegsluken und vieles mehr eingebaut werden. Da in den vergangenen Jahren bei allen Einsätzen kein Unfall passiert ist, empfindet Werth das als Schikane. Sein Verein will nun mit mehreren anderen Flüchtlingsorganisationen gegen die Neuregelung vorgehen. Wenn die privaten Schiffe dennoch aus einem Hafen auslaufen, drohen empflindliche Strafen. 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 09.06.2020 | 11:00 Uhr

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