Stand: 06.02.2020 16:29 Uhr  - NDR 90,3

SPD-Bildungsminister für neues Experten-Gremium

Die Bildungsminister der SPD wünschen sich einen "Sachverständigenrat Bildung". Darauf haben sie sich bei einem Treffen in Hamburg verständigt. Der Vorschlag soll nun in die Kultusministerkonferenz (KMK) gebracht werden.

Die bundesdeutsche Bildungspolitik hat kein Erkenntnisproblem. Sie hat ein Lösungsproblem. Und das gleich 16-fach, weil jedes Bundesland seine eigene Schulstruktur hat. Föderalismus sei schön und gut, betonte die Vorsitzende der Kultusminister-Konferenz, Stefanie Hubig aus Rheinland-Pfalz, doch sie sagte: "Ich denke, dass der Weg, den wir jetzt beschreiten, zu mehr gutem Ressourceneinsatz führt, zu mehr Kooperation unter den Ländern - und auch dazu, dass wir alle dann wieder mehr Luft haben für die Dinge, die länderspezifisch zu regeln sind.

Expertengremium soll Lösungsvorschläge liefern

"Es könne doch nicht richtig sein, dass in allen 16 Ländern darüber gegrübelt wird, wie auf erkannte Defizite reagiert werden müsse, erläutert Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe. Die SPD-Bildungsminister wünschen sich mehr Austausch mit der Wissenschaft. Das neue Expertengremium solle daher ausdrücklich auch Lösungsvorschläge unterbreiten.

Rabe hofft auf Einigung mit Unions-Kollegen

Rabe zeigte sich zuversichtlich, dass es in der KMK den erforderlichen Konsens mit den Unions-Ministern geben wird. Immerhin haben sich auch die CDU-Bildungsminister grundsätzlich für ein solches Gremium ausgesprochen. Nur waren die bisher diskutierten Modelle nicht mehrheitsfähig. Das könne nun anders sein, so Rabe.

Sommerferien: Keine grundsätzliche Änderung in Sicht

Im Streit der Länder um die Sommerferien wird es laut Rabe zu keiner grundsätzlichen Änderung der Rotation kommen. Die große Lösung, nach der alle Länder sich mit den frühen und späten Ferienterminen abwechseln, werde schwer zu verwirklichen sein, sagte er. Eine kleine Lösung sei dagegen denkbar, nämlich dass die Ferien in Hamburg und Berlin möglichst nicht vor dem 1. Juli beginnen und trotzdem die bisherige Rotation - ohne Bayern und Baden-Württemberg - grundsätzlich beibehalten wird.

Auch SPD-Minister uneins

Doch auch die SPD-Minister sind sich in dieser Frage nicht einig. Mecklenburg-Vorpommerns Ressortchefin Bettina Martin betonte, ihr Land lehne weiterhin eine Beschränkung des bundesweiten Ferienkorridors ab. Sie habe in der Diskussion das touristische Interesse Mecklenburg-Vorpommerns noch einmal deutlich gemacht.

Rabe und seine Berliner Kollegin Sandra Scheeres hatten im Oktober erklärt, sie wollten mehr Kontinuität im Schuljahresablauf. Die Sprünge von einem späten auf einen frühen Ferientermin führten zu einer Verkürzung von Schuljahren. Das habe negative Auswirkungen auf die Lernzeit der Schüler und belaste die Lehrer. Bayern und Baden-Württemberg, die stets die späten Termine beanspruchen, zeigten sich jedoch nicht zu Zugeständnissen bereit.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 06.02.2020 | 18:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

Teilnehmer der "Fridays for Future"-Großdemonstration laufen durch die Hamburger Innenstadt. © picture alliance/dpa Foto: Axel Heimken

Tausende Menschen bei "Fridays for Future" in Hamburg

Drei Protestzüge und massive Staus in der Innenstadt: Tausende Menschen sind mit "Fridays for Future" in Hamburg auf die Straße gegangen. Die Veranstalter sprechen von 16.000 Teilnehmenden. mehr

Ein Virus schwebt vor einer Menschenmenge (Fotomontage) © panthermedia, fotolia Foto: Christian Müller

119 neue Corona-Fälle in Hamburg gemeldet

Es ist der größte Anstieg an Corona-Fällen innerhalb eines Tages seit Mitte April: Seit Donnerstag sind in Hamburg 119 neue Corona-Fälle registriert worden. mehr

Polizeiauto © panthermedia Foto: huettenhoelscher

Autokran umgekippt - A23 ist gesperrt

Auf der Autobahn 23 ist ein 60 Tonnen schwerer Autokran umgekippt. Während der Aufräumarbeiten ist die Fahrbahn bei Hamburg-Eidelstedt in beiden Richtungen gesperrt. mehr

Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla und Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) bei einem Pressetermin zur Fortsetzung der 2017 vereinbarten Smart-City-Partnerschaft. © NDR Foto: Reinhard Postelt

Ziel Modellstadt: Hamburg weiter mit Partner Bahn

Hamburg und die Deutsche Bahn wollen den Nahverkehr digitalisieren. Bürgermeister Tschentscher und Bahn-Vorstand Pofalla unterzeichneten die Smart-City-Partnerschaft. mehr