Rettung für das Alsterschlösschen

Stand: 23.03.2021 20:44 Uhr

Großer Turm und kleine Zinnen: Die Burg Henneberg ist ein optisches Highlight an der Alsterschleuse in Hamburg-Poppenbüttel. Die Zukunft des Alsterschlösschens stand auf der Kippe, doch jetzt ist es gerettet.

2013 hatte das Ehepaar Helge und Miriam Hager den unter Denkmalschutz stehenden Burgnachbau gekauft. Weil ein Grundbucheintrag die kommerzielle Nutzung verbot, mussten die Besitzer eine Stiftung gründen. Einzige Einnahmequelle waren magere Spenden, deshalb standen die Burgherren zuletzt kurz vorm Aufgeben. "Als dann noch die Corona-Problematik dazu kam, waren schon einige Tage erreicht, wo es sehr sehr knapp war", sagt Miariam Hager. "Wir können ja nicht gegen Windmühlen ankämpfen."

Vertrag unterzeichnet

Miriam Hager, Burgherrin vom Alsterschlösschen in Poppenbüttel.
"Ich bin sehr froh, dass dieses besondere einzigartige Gebäude sein darf und gewünscht ist", sagt Burgherrin Miriam Hager.

Die "Windmühlen" in Form von restriktivem Grundbucheintrag und Skeptikern vor Ort führten zu Konflikten und rechtlicher Unsicherheit, als sich unter anderem Paare hier trauen ließen - trotz Zustimmung der Kulturbehörde, um so das Alsterschlösschen zu erhalten. Nach jahrelangem Ringen gibt es nun die Rettung: Finanzsenator Andreas Dressel und Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff (beide SPD) unterzeichneten am Dienstagmorgen einen Vertrag, der "kommerzielle Nutzungen kultureller Art" erlaubt - solange der Denkmalschutz gewahrt bleibt.

"Hier haben sich die Eigentümer entschieden, durch kulturelle aber auch teil-kommerzielle Veranstaltungen selber einen Beitrag zu leisten, dieses wunderbare Kleinod zu erhalten", sagte Dressel dem Hamburg Journal im NDR Fernsehen. Es freue ihn als Finanzsenator, dass nicht die Sanierung durch Steuergeld gefordert werde, sondern dass "eine Möglichkeit gefunden wird, durch eigene Leistungen und Veranstaltungen für die Alstertalerinnen und Alstertaler dieses wunderbare Gebäude zu erhalten".

Kultur, Veranstaltungen, Filmaufnahmen

Das alte Gemäuer lag lange im Dornröschenschlaf. Nun bieten sich neue Möglichkeiten, das Denkmal zu erhalten und mit Leben zu füllen. "Entscheidend ist, dass wir sagen: 'Macht Kultur, macht Veranstaltungen, macht Filmaufnahmen, damit Ihr in der Lage seid, dieses Denkmal zu erhalten'", sagte Bezirksamtsleiter Ritzenhoff.

Für das Besitzer-Ehepaar ist die kulturelle und kommerzielle Nutzung der Burg ein Lebenstraum - trotz aller bisherigen Herausforderungen. "Ich bin sehr froh, dass dieses besondere einzigartige Gebäude sein darf und gewünscht ist", sagt die Burgherrin.

Hochzeiten geplant

Das Alsterschlösschen ist gerettet und könnte bereits ab April wieder als offizielle Außenstelle des Standesamtes dienen. Denn erste Hochzeitstermine sind bereits geplant.

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 23.03.2021 | 19:30 Uhr

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