Stand: 13.12.2019 08:30 Uhr  - NDR 90,3

Reeder beklagen Repressalien gegen Seeleute

Der Verband Deutscher Reeder (VDR) beklagt zunehmende Repressalien gegen Seeleute - vor allem in Mittelamerika. Anlass ist, dass derzeit zwei Schiffe deutscher Reeder wegen angeblicher Drogenvergehen festgehalten werden.

Kokain an Bord entdeckt

Seit dem Sommer sitzt der Kapitän des Frachters "UBC Savannah" in Mexiko in Haft - ohne Anklage. Anfang August hatte die Crew des Schiffes beim Löschen der Ladung mehrere Hundert Kilogramm Kokain entdeckt und selbst die örtlichen Behörden alarmiert. Seitdem darf das Schiff nicht mehr auslaufen. Nach wochenlangen Verhandlungen wurde immerhin die Crew freigelassen, bis auf den Kapitän.

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Reeder-Präsident Hartmann beklagt die Festnahme von Seeleuten in Mexiko.

Dies sei kein Einzelfall, sagte Reeder-Präsident Alfred Hartmann NDR 90,3: "Es ist ein Problem, dass in einem Staat wie Mexiko, der sich als demokratischer Staat bezeichnet, Menschen monatelang ohne Haftgrund unter schlimmsten Bedingungen eingekerkert werden." Der deutsche Kapitän eines zweiten festgehaltenen Schiffes ist inzwischen frei. In Polen, dem Heimatland des noch inhaftierten Kapitäns der "UBC Savannah", haben sich Familie und Freunde des Seemanns bereits mit einer Petition an den Präsidenten gewandt. Die Reederei der beiden Frachter rechnet nach Informationen von NDR 90,3 mit Ausfällen in fünfstelliger Höhe für jeden Tag, an dem die Schiffe an der Kette liegen.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 13.12.2019 | 09:00 Uhr

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