Stand: 12.02.2018 14:02 Uhr

Rechnungshof: Zu große Friedhöfe in Hamburg

In Hamburg gibt es zu große Friedhöfe - zu dieser Einschätzung kommt der Rechnungshof in seinem am Montag veröffentlichten Jahresbericht. Insgesamt knapp 900 Hektar Fläche umfassen die 14 staatlichen Friedhöfe der Hansestadt. Das sei viel zu viel, meint Rechnungshof-Präsident Stefan Schulz.

Entwicklung zu kleineren Gräbern

Die Stadt gehe offenbar davon aus, dass jeder Mensch einen bestimmten Raum für seine letzte Ruhestätte benötige - rechnerisch fünf Quadratmeter Friedhofsfläche pro Einwohner. Es gebe aber eine Entwicklung weg von Sarg- und Familiengrabstätten zu Bestattungsformen wie Urnengräbern oder anonymen Grabfeldern. Daher dürfte ein Bedarfswert von 1,25 Quadratmeter Grabfläche pro Einwohner besser und vernünftiger sein, so Schulz.

Flächen anders nutzen

Umgerechnet könnten dann laut Rechnungshof etwa 660 Hektar Friedhofflächen künftig anders genutzt werden. Wegen steigender Einwohnerzahlen sei es sinnvoll, die Flächen stattdessen für den Wohnungsbau oder als Grünanlage zu nutzen. Die Umweltbehörde hat bereits zugesagt, ein neues Gesamtkonzept für die Hamburger Friedhöfe zu entwickeln.

Hohe Kostenabrechnungen für Asylbewerber

Außerdem kritisierte der Rechnungshof überhöhte Kostenabrechnungen bei der Unterbringung und Versorgung von Asylbewerbern im Jahr 2016. Hilfsorganisationen, Bewachungsdienste, Catering- und Reinigungsunternehmen hätten Leistungen pauschal abgerechnet, ohne konkrete Dienste zu benennen. Die Kostenerstattungen seien laut Schulz zweifelhaft gewesen.

Viele kassenrechtliche Mängel

Eine Stichprobenprüfung habe laut Bericht ergeben, dass mehr als 90 Prozent der Rechnungen kassenrechtliche Mängel aufwiesen. Die Innenbehörde hätte zugesagt, die Rechnungen nachträglich zu prüfen und Rückforderungen zu stellen. Um welche Beträge es geht, konnte der Vizepräsident des Rechnungshofs, Joachim Mose, nicht sagen.

Für die Erstaufnahme der Asylbewerber gab Hamburg 2016 rund 360 Millionen Euro aus. Im Jahr davor waren es 173 Millionen gewesen.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 12.02.2018 | 13:00 Uhr

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