Der Angeklagte und sein Anwalt © NDR / Elke Spanner Foto: Elke Spanner

Radfahrer stirbt nach Unfall: Geldstrafe für Autofahrer

Stand: 11.06.2021 13:46 Uhr

An den Hamburger Landungsbrücken gab es im Herbst 2019 einen schrecklichen Verkehrsunfall. Ein Auto hatte einen Radfahrer erfasst, der 22-Jährige kam ums Leben. Das Amtsgericht verurteilte den Autofahrer am Freitag wegen fahrlässiger Tötung zu 5.400 Euro Geldstrafe.

Mutter und Schwester des getöteten Radfahrers waren zum Prozess extra aus England angereist. Sie nahmen die Corona-Quarantänezeit auf sich, um bei dem Urteil dabei zu sein. Mit leiser Stimme sprach die Mutter weinend ins Mikrofon und erinnerte an ihren Sohn. Der 22-Jährige war an einem Oktobermorgen an den Landungsbrücken ums Leben gekommen, als er bei Grünlicht links abbog. Der Angeklagte fuhr mit seinem Auto ungebremst in den Radfahrer.

Bei Regen zu schnell gefahren

Der Unfall sei eindeutig vermeidbar gewesen, sagte ein Sachverständige im Gericht. Der Angeklagte fuhr mindestens 79 Kilometer pro Stunde und damit viel zu schnell. Und das auch noch an einem Morgen, an dem es stark regnete und die Sicht ohnehin schlecht war. Die Richterin sprach von einem tragischen Fall, bei dem es kaum eine gerechte Strafe geben könne.

Wieder mit erhöhtem Tempo erwischt

Der 56-jährige Autofahrer war nach dem tödlichen Unfall selbst sehr mitgenommen und in einer psychiatrischen Klinik in Behandlung. Als er wieder raus war, wurde er allerdings dabei erwischt, wie er erneut mit über 70 Kilometern pro Stunde durch die Stadt raste.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 11.06.2021 | 14:00 Uhr

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