Prozessbeginn: Mann tötete offenbar erst Freundin, dann Mutter

Stand: 03.08.2021 13:08 Uhr

Seit Dienstag steht ein 29-jähriger Mann vor Gericht, der im Februar in Bramfeld zuerst seine Lebensgefährtin und dann seine Mutter getötet haben soll. Die Staatsanwaltschaft geht von der Schuldunfähigkeit des Angeklagten aus, da er womöglich an einer paranoiden Schizophrenie leidet.

Ein 29-Jähriger, der seine Mutter und seine Freundin im Februar in Bramfeld getötet haben soll, muss sich nun vor dem Hamburger Landgericht verantworten. Der Vorwurf lautet Totschlag sowie heimtückischer Mord.

Angeklagter leidet offenbar an psychischer Erkrankung

Polizeiwagen an der Bramfelder Chaussee: Die Polizei ermittelt nach einem Tötungsdelikt in Bramfeld. © picture alliance/dpa Foto: Daniel Bockwoldt
Ein Polizeiwagen steht im Februar am Tatort in der Bramfelder Chaussee.

Die Staatsanwaltschaft geht jedoch davon aus, dass der Angeklagte die Taten aufgrund einer psychischen Erkrankung im Zustand der Schuldunfähigkeit beging. Sie strebt in einem sogenannten Sicherungsverfahren deshalb die Unterbringung des Deutschen in einer Psychiatrie an. Die Erkrankung sei sehr plötzlich aufgetreten oder habe sich zumindest schnell verschlechtert. Auch der Familie soll die dramatische Lage des Angeklagten nicht bewusst gewesen sein.

Bevor der Angeklagte am Dienstag in den Gerichtssaal gebracht wurde, mussten Fotografinnen und Fotografen sowie Kameraleute den Raum verlassen. Als Begründung gab das Gericht an, dass der 29-Jährige von der Gesamtsituation noch sehr stark belastet sei. Man befürchtete, er könne beim Anblick der Kameras die Kontrolle verlieren.

Angeklagter soll auch Beamte angegriffen haben

Anschließend wurde die Anklageschrift verlesen. Danach soll der Mann Anfang Februar in Hamburg-Bramfeld zuerst seine damalige 24 Jahre alte Lebensgefährtin und am 7. Februar seine 53-jährige Mutter tödlich verletzt haben. Die teils zerlegten Leichen fanden die Ermittler in der Wohnung des Mannes. Auch die Polizei, Justizangestellte und einen Psychologen soll er später mit Fäusten und Tritten angegriffen haben.

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Ermittler der Spurensicherung kommen in Hamburg-Bramfeld aus einem Mehrfamilienhaus. © dpa Foto: Daniel Bockwoldt

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 03.08.2021 | 12:00 Uhr

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