In einem Prozess wegen Körperverletzung zweier Radfahrer sitzt der Angeklagte im Gerichtssaal. © NDR Foto: Elke Spanner

Prozess um brutale Attacke auf Radfahrer: Mann freigesprochen

Stand: 22.06.2021 13:05 Uhr

Eine brutale Attacke auf ein Ehepaar im Hamburger Stadtteil Billstedt vor eineinhalb Jahren bleibt ohne juristische Folgen. Das Amtsgericht St. Georg hat den 35-jährigen Angeklagten am Dienstag freigesprochen.

Ihm war vorgeworfen worden, die Eheleute im August 2019 zusammengeschlagen zu haben, als er ihnen mit ihren Fahrrädern Platz machen sollte. "Guten Abend die Herren, dürfen wir mal vorbei?" Mit dieser Frage begann nach Angaben der Opfer das Martyrium. Einer der beiden Männer, die da mitten auf der Straße standen, drehte sich zu den Eheleuten um und schlug dem Mann direkt ins Gesicht. Als der am Boden lag, trat der Angreifer ihm noch mehrfach gegen den Kopf. Zwei Zähne brachen. Dann packte der Täter die Frau an den Haaren, drückte sie auf die Knie und versuchte wiederholt, ihr Gesicht auf den Boden zu schlagen.

"Ich hatte Todesangst"

Als die 53-Jährige das vor dem Amtsgericht St. Georg schilderte, zitterte sie am ganzen Körper. "Ich hatte Todesangst", sagte sie und schluchzte. Ihr fiel es auch schwer, dem Angeklagten auch nur ins Gesicht zu sehen. Als sie das auf Bitten der Richterin doch tat, war sie sich gleich sicher: Der 35-Jährige sei der Täter.

Doch das Gericht war sich nicht sicher. "Mag sein, dass Sie wirklich der Peiniger waren", sagte die Richterin zum Angeklagten. Vielleicht haben die Opfer aber auch einfach den falschen Mann wiedererkannt, fügte sie hinzu. Die Polizei habe bei den Ermittlungen grobe Fehler begangen, sagte die Richterin weiter. So bleibe diese "rohe Gewalt aus dem Nichts" ohne Strafe.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 22.06.2021 | 13:00 Uhr

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