Wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland muss sich ein 27-jährige Syrer vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht verantworten. © picture alliance/dpa Foto: Christian Charisius

Prozess in Hamburg: Anklage wegen Mitgliedschaft in Terrormiliz

Stand: 06.01.2022 12:39 Uhr

Die Generalstaatsanwaltschaft Hamburg wirft einem 27-jährigen Mann vor, im Jahr 2015 Kämpfer der islamistischen Miliz Ahrar al-Sham gewesen zu sein. Er soll sich in Syrien im Nordwesten des Landes an der Belagerung schiitischer Dörfer beteiligt haben.

Am Donnerstag hat der Prozess vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht begonnen. Laut Anklage hat der 27-Jährige auch Kriegswaffen besessen. Außerdem soll er in Syrien in einem Propaganda-Video mitgewirkt haben. Es wurde am 9. August 2015 auf Youtube veröffentlicht. Laut Anklage wird darin die Belagerung der Dörfer gerechtfertigt. Gut ein halbes Jahr später, im Februar 2016, reiste der Syrer dann über den Landweg nach Deutschland.

Richterin appelliert an den Angeklagten

Das Bild, das der Angeklagte vor dem Oberlandesgericht abgibt, passt kaum zu dem, das die Bundesanwaltschaft von ihm zeichnet. Der 27-Jährige wirkt eingeschüchtert und lässt seinen Anwalt von Zitteranfällen berichten, die er in Angst-Situationen bekommt. Laut der Bundesanwaltschaft aber kann er auch ganz anders auftreten. In einer früheren Vernehmung hatte er behauptet, der Mann auf den Videos sei nicht er. Die Vorsitzende Richterin aber appellierte an ihn, zu gestehen. Die Aktenlage, sagte sie, sei recht eindeutig.

Terror-Verdächtiger stellte Asyl-Antrag

In Deutschland hatte der Mann nach seiner Einreise einen Asyl-Antrag gestellt. Am 27. September 2021 wurde der 27-Jährige verhaftet. Bis zu diesem Zeitpunkt wohnte er in Rostock. Vor Gericht will er sich zu seiner Vorgeschichte nicht äußern.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 06.01.2022 | 13:00 Uhr

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