Stand: 14.02.2018 19:34 Uhr

Prozess gegen IS-Terrorverdächtige: Geständnis

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Der Prozess sollte eigentlich Ende Februar enden - nun geht es erneut in die Beweisaufnahme.

Im Prozess gegen drei mutmaßliche Mitglieder der Terrororganisation "Islamischer Staat" vor dem Oberlandesgericht in Hamburg hat es ein überraschendes Geständnis gegeben: Einer der Angeklagten, ein 27-jähriger Syrer, räumte in seinem Letzten Wort ein, sich der Terrororganisation angeschlossen und sich auf deren Veranlassung auf den Weg nach Europa gemacht zu haben. Das teilte ein Gerichtssprecher am Mittwochabend mit.

Die beiden anderen "zufällig getroffen"

Der 27-Jährige sagte weiter aus, dass er seine 19 und 20 Jahre alten Mitangeklagten bloß zufällig unterwegs getroffen habe. Sie hätten mit der Geschichte nichts zu tun.

Den drei jungen Männern wird Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland und Urkundenfälschung vorgeworfen. Die Bundesanwaltschaft hat Haftstrafen gefordert, die von vier Jahren und drei Monaten bis acht Jahre reichen. Sie beschuldigt die Syrer, im Herbst 2015 vom IS nach Deutschland geschickt worden zu sein, um sich für Anschläge in Europa bereitzuhalten.

Verteidigung hatte Freispruch gefordert

Die Verteidigung hatte Freispruch für das Trio verlangt. Sie kritisierte unter anderem, dass die Staatsanwaltschaft in mehr als 30 Verhandlungstagen keinen Tatnachweis habe erbringen können. Nach dem Geständnis des 27-Jährigen trat der Staatsschutzsenat erneut in die Beweisaufnahme ein. Ursprünglich hatte das Gericht bereits am 23. Februar das Urteil verkünden wollen.

Die Angeklagten waren im September 2016 in Flüchtlingsunterkünften in Großhansdorf, Ahrensburg und Reinfeld (alle Kreis Stormarn) festgenommen worden und sitzen seitdem in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft hatte sie monatelang beobachten lassen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 14.02.2018 | 20:00 Uhr

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