Ein Kran steht auf einer Baustelle. © picture alliance/dpa Foto: Daniel Bockwoldt

Privater Wohnungsbau geht in Hamburg zurück

Stand: 25.02.2021 14:04 Uhr

In Hamburg ist der private Wohnungsbau im vergangenen Jahr um ein Fünftel zurückgegangen. Das teilte der Bundesverband der Freien Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) in seinem sogenannten Neubau-Monitoring mit.

Die mittelständischen Wohnungsunternehmen haben 2020 den Angaben zufolge 3.422 Wohnungen fertig gestellt, im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen Rückgang um 20,7 Prozent. Der Rückgang sei nicht auf die Corona-Pandemie zurückzuführen, der Baubetrieb sei weitgehend störungsfrei gelaufen.

Wohnungsbau wandert ins Umland ab

Sönke Struck, Vorstandsvorsitzender des Landesverbandes Nord des Bundesverbands der Freien Immobilien- und Wohnungsunternehmen.  Foto: Reinhard Postelt
Struck: "Schwierige Rahmenbedingungen in Hamburg."

Sönke Struck, Chef des Landesverbands Nord des BFW, sprach aber von einem Warnruf an Hamburgs Bezirkspolitik. Viele Wohnungsbauvorhaben wanderten ins Umland ab. Das zweite Jahr in Folge geht der private Bau laut BFW in Hamburg um rund 1.000 Wohnungen zurück. Struck erklärte: "Unsere Mitglieder konzentrierern sich aufgrund der immer schwierigeren Rahmenbedingungen hier in Hamburg und der geringeren Grundstücksflächen auf das Umland, insbesondere auf Schleswig-Holstein." Im Speckgürtel, in Kiel und Lübeck stieg die Zahl fertiger Wohnungen um 47 Prozent an.

Kritik an "überzogenen Forderungen" in Hamburger Bezirken

Im Gegensatz zu Hamburg gebe es dort schnelle Baugenehmigungen, sagte Jan Petersen, Geschäftsführer des Bauunternehmens August Prien. In Hamburg habe man einfach "bestimmte Bezirke, wo die Bezirkspolitik Forderungen aufstellt, die häufig überzogen sind." Als Beispiele nannte er begrünte Fassaden und Elektroladestationen. Die Corona-Pandemie mit mehr Homeoffice könne den Trend raus aus Hamburg noch verstärken.

 

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NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 25.02.2021 | 14:00 Uhr

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