Prozess in Hamburg: Ein Mann ist angeklagt, weil er Polizisten bei einer Demonstration angegriffen haben soll. © NDR Foto: Elke Spanner

Polizisten mit Grundgesetz geschlagen: Prozessauftakt

Stand: 01.07.2021 17:19 Uhr

Vor dem Amtsgericht Hamburg-Mitte ist seit Donnerstag ein 34-jähriger Mann angeklagt, der bei einer Demonstration sogenannter Querdenker vor einem Jahr Polizisten attackiert haben soll. Laut Anklage hat er sie ausgerechnet mit einem Grundgesetz geschlagen.

Der Angeklagte lief ohne Corona-Schutzmaske durchs Gericht, wo natürlich Maskenpflicht gilt. So beobachtete es die NDR 90,3-Reporterin vor Ort. In die Querdenker-Demonstration auf dem Rathausmarkt vor einem Jahr will er nur ganz zufällig geraten sein. Er will nicht einmal gewusst haben, dass da gegen die Corona-Schutzmaßnahmen gewettert wurde, als er plötzlich ein Grundgesetz in der Hand hielt. Das sagte er beim Prozessauftakt vor dem Amtsgericht Hamburg Mitte: "Das hat mir da jemand geschenkt." Kurz darauf setzte er das Grundgesetzbuch dann nach Überzeugung des Staatsanwaltes als Schlagwaffe ein.

Verfassung als Schlagwaffe

Als Polizisten einen Demonstranten kontrollierten, mischte er sich ein und schlug dann laut Anklage mit der Verfassung zu. Diese Version schildern auch die als Zeugen geladenen Polizisten vor dem Amtsgericht. Der Angeklagte beharrt hingegen darauf, dass auch der Schlag mit dem Grundgesetz ein reines Versehen gewesen sei: "Der ganze Tag ist blöd gelaufen", fasste es der 34-Jährige zusammen. Ob das so war oder er die Polizisten nicht doch vorsätzlich attackiert hat, soll jetzt die Vernehmung weiterer Zeugen klären.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 01.07.2021 | 17:00 Uhr

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