Stand: 19.10.2019 19:03 Uhr

Polizeihündin lernt das Suchen von Vermissten

von Katharina Mirow
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Sönke Schoth bildet Polizeihunde aus.

Sönke Schoth ist Fachlehrer im Diensthundewesen und Diensthundeführer bei der Polizei Hamburg. Seit seiner Jugend trainiert und bildet er Hunde aus. "Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht", sagt er. Heute ist er mit seiner Kollegin Annika Probst und Hündin "Abby" unterwegs. "Abby" ist neun Monate alt und wird zur Personenspürhündin ausgebildet. Sie soll also später bei der Suche nach Vermissten eingesetzt werden.

Die Polizei verlässt sich auf den enormen Geruchssinn der Hunde. "Jeder Mensch stößt circa 40.000 Körperzellen die Minute ab und diese abgestoßenen Körperzellen, die zu Boden fallen, so sagt man in der Theorie, werden am Boden von Bakterien zersetzt", erklärt Schoth. Dabei entstehe ein Gas. Diesen so genannten Individualgeruch könne der Hund dann aufnehmen. "Solch eine Spur kann bis zu 48 Stunden alt sein."

Polizeihündin.

Hamburgs Vierbeiner: Die Polizeihündin

Hamburg Journal -

Rund 80.000 Hunde sind in Hamburg gemeldet - auch die angehende Personenspürhündin "Abbey" von Diensthundeführerin Annika Probst. Polizist Sönke Schoth bildet die beiden aus.

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Ausbildung beginnt als Welpe

Personenspürhunde werden schon als Welpen für ihre Aufgabe ausgebildet. Oft werden Hündinnen eingesetzt. "Meine Erfahrung im Personenspürhundbereich ist, dass die Hündinnen einfach schneller eine kontinuierliche und konzentrierte Arbeit zeigen - im Vergleich zu Rüden", sagt Schoth.

Er will "Abby" auf einen so genannten Trail schicken und trifft letzte Vorbereitungen. "Wir sind jetzt hier in einem kleineren Wohngebiet mitten in Hamburg, eine Kollegin hat für die Diensthündin "Abby" schon einen Trail gelegt, ist also einen bestimmten von mir vorgegebenen Weg abgegangen", sagt Schoth. "Die Kollegin Probst wird jetzt gleich ihre Hündin rausholen und dann zur Suche einsetzen."

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Vor der Suche wird der Gebirgsschweißhündin Abby das Suchgeschirr angelegt.
"Abby" nimmt die Fährte auf

Zuvor wird der Gebirgsschweißhündin das Suchgeschirr angelegt. Die Fährte nimmt "Abby" auf, indem sie an einem Kleidungsstück des Lockvogels riecht. Dafür muss sie drei Mal tief ein- und ausatmen. "Für Frau Probst ist wichtig, dass sie jetzt versucht, ihre Hündin genau zu lesen", erklärt Schoth. "Das heißt: Wann sucht die Hündin wirklich konzentriert? Wann ist sie abgelenkt durch andere Gerüche, andere Geräusche, andere Hunde?" Um die Hunde möglichst wenig Reizen auszusetzen, werden die Autofahrer während der Suche angehalten.

Die Bedingungen während der Übung sollen so realistisch wie möglich sein. Deshalb weiß Annika Probst nicht, wo sich ihre Kollegin versteckt. "Der Hund weiß es nicht, ich weiß es nicht, damit ich dem Hund auch keine falschen Signale setze, sondern wir als Team besser zusammen ausgebildet werden und ich den Hund besser lesen kann und der Hund mich."

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Polizeihundeführerin Annika Probst ist zufrieden mit ihrer Hündin Abby.

Hündin "Abby" findet die Kollegin und wird von ihr gelobt. Die Belohnung und das Lob kommen bei der Übung immer von der gesuchten Person. Auf diese Weise entwickeln die Hunde Spaß bei der Arbeit. "Wir können unheimlich viel zusammen bewirken, 'Abby' und ich", sagt Probst.

Ausbildung dauert zwei Jahre

"Abby" und ihre Diensthundeführerin werden insgesamt zwei Jahre lang von Sönke Schoth ausgebildet. Wenn er nicht bei einem Einsatz ist, trainiert er täglich mit den beiden.

"Die Kollegin Probst hat heute sehr gute Arbeit gezeigt, sie hat im richtigen Moment den Hund gelobt, hat auch im richtigen Moment erkannt, wenn die Hündin unkonzentriert war oder sich für andere Sachen interessiert hat, dass sie sie maßregelt oder auch ein Stück weit ermahnt und erneut zur Suche auffordert", sagt Schoth. "Ich bin zufrieden."

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 07.10.2019 | 19:30 Uhr

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