Stand: 11.01.2019 08:43 Uhr

Polit-Prominenz beim Blankeneser Neujahrsempfang

Wenn "Klönschnack"-Herausgeber Klaus Schümann zum Neujahrsempfang lädt, kommt auch die Polit-Prominenz aus Berlin nach Hamburg-Blankenese. Mit der neuen CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer, Grünen-Chef Robert Habeck und dem früheren Vizekanzler und SPD-Chef Sigmar Gabriel feierten am Donnerstagabend rund 1.000 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport und Gesellschaft auf dem Süllberg knapp 75 Meter über der Elbe.

Die Gäste in Blankenese.

Neujahrsempfang: Blankenese lädt zum Klönschnack

Hamburg Journal -

Auf dem Blankeneser Neujahrsempfang reicht eine schnöde Rede nicht aus. Tschentscher, Habeck, Gabriel und Kramp-Karrenbauer griffen für ihre Reden auf das ironische Repertoire zurück.

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Tschentscher "nüchtern und bescheiden"

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hieß sie "nüchtern und bescheiden" in der "schönsten und großartigsten Stadt der Welt" willkommen. Er lobte Hamburg ausgiebig: "Hier läuft alles super", der Wohnungsbau komme voran, Straßen würden kilometerweise saniert und Glasfaserkabel verlegt. "In anderen Städten muss man sich für die Schlaglöcher entschuldigen - und wir für die Baustellen", so Tschentscher, untermalt von Gelächter. Zu diesem Selbstbewusstsein rief Tschentscher am Donnerstag beim Neujahrsempfang des Unternehmerverbands Nord auch die Hamburger Wirtschaft auf. Im Hotel Atlantic sagte er, wenn es Metropolen auf der Welt gebe, die den Herausforderungen der Zukunft gewachsen seien, dann sei Hamburg darunter.

In Blankenese folgten dann launige Reden, in denen Kramp-Karrenbauer, Habeck und Gabriel angesichts des von Populisten verbreiteten Pessimismus zu Optimismus und Zuversicht aufriefen - aber nicht ohne Seitenhieb auf die jeweils anderen. Alle beschworen angesichts des bevorstehenden Brexits den Zusammenhalt in Europa.

Habeck: "Schlaue Politik in Hambug"

Robert Habeck (Bündnis 90/DieGrünen), Bundevorsitzender der Grünen, spricht beim 24. Blankeneser Neujahrsempfang. © picture alliance/dpa Foto: Axel Heimken

Polit-Prominenz beim Blankeneser Neujahrsempfang

NDR 90,3 - NDR 90,3 Aktuell -

Einmal im Jahr gibt sich die Polit-Prominenz in Hamburg-Blankenese die Klinke in die Hand - so auch dieses Jahr beim "Klönschnack". Mit dabei: CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer und Grünen-Chef Habeck.

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Habeck, der fälschlicherweise als Fraktionschef der Grünen im Bundestag angekündigt worden war, stellte den Irrtum richtig. "Den Rest, den Sie über mich wissen wollen, finden Sie im Internet", sagte er mit Blick auf den Diebstahl persönlicher Daten Hunderter Politiker und Promimenter im Netz, von dem auch er betroffen war. Als Schleswig-Holsteiner machte er seinen Blick auf die Hamburger Politik deutlich: "Hamburg war super dabei, uns die Windmesse zu nehmen (...) und super dabei, was abzugeben: den Elbschlick zum Beispiel." In Hamburg könne man also schlaue Politik lernen, betonte Habeck mit einem Augenzwinkern.

AKK: "Haben nicht die größten Probleme"

Kramp-Karrenbauer ging wie zuvor Habeck auf die geleakten Daten ein, stellte aber die große Aufmerksamkeit infrage, die der Fall erfahren hatte. Die CDU-Chefin sagte, wenn Habeck jetzt in der Konsequenz verkünde, bei Twitter und Facebook nicht mehr mitzumachen - im Gegensatz zu FDP-Chef Christian Lindner -, "und jetzt die Debatte läuft, was eigentlich schlimmer ist", dann "haben wir nicht die größten Probleme". Die Diskussion über eine mögliche Straffreiheit für den 20-Jährigen, der die Daten veröffentlicht hatte, nannte sie jedoch "geradezu absurd".

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Nach ihrer Wahl zur CDU-Chefin in den Messehallen kam Annegret Kramp-Karrenbauer nun nach Blankenese.

In ihrer eher sachlichen Rede schnitt Kramp-Karrenbauer auch ihr Verhältnis zu Friedrich Merz an, der bei der Wahl des CDU-Chefpostens beim Parteitag in Hamburg nur knapp gegen die 56-Jährige verloren hatte. Sie sagte, sie habe mit Merz eine freundschaftliche Vereinbarung getroffen, in der festgehalten sei, "wie die CDU noch besser werden" könne.

Gabriel und die "Hamburger Meditation"

Gabriel outete sich in Blankenese als echter Hamburg-Fan. Er sei schließlich nicht aus Hannover, betonte er, sondern aus Goslar. Und Goslar habe ja viel mit Hamburg gemein: "Wir waren reichsfrei und später richtiges Preußen und übrigens auch Hansestadt. Wenn uns manchmal die Galle übergeht, wir uns ärgern über die Politik, dann denken wir immer an die Hamburger Meditation: Poller sitzen, Schiffe gucken, zwei Stunden Schnauze halten", so der frühere SPD-Vorsitzende.

Dass Hanseaten mit Geld umgehen könnten, zeige sich auch beim Neujahrsempfang, sagte Gabriel, "weil ihr Pfeffersäcke den Spaß machen wollt, drei Narren aus der Politik einzuladen." So könne man das Honorar für echte Künstler sparen.

Traditionsveranstaltung in Blankenese

Schon zum 24. Mal hatte "Klönschnack"-Herausgeber Klaus Schümann zum Neujahrsempfang geladen, das zweite Mal fand er auf dem Süllberg statt. Der "Klönschnack" wird bereits seit 1983 kostenlos an die Haushalte in den Hamburger Elbvororten verteilt.

Weitere Informationen

"Bye bye, Twitter" - Robert Habeck steigt aus

Grünen-Chef Robert Habeck verlässt Twitter und Facebook. Der massenhafte Daten-Diebstahl ist nur ein Grund. Zuletzt hatte Habeck mit ungeschickten Online-Äußerungen für Aufsehen gesorgt. (07.01.2019) mehr

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Hamburg Journal

Blankeneser Neujahrsempfang auf dem Süllberg

10.01.2019 19:30 Uhr
Hamburg Journal

Annegret Kramp-Karrenbauer, Sigmar Gabriel und Robert Habeck sprechen als Festredner beim traditionellen Blankeneser Neujahrsempfang. Anke Harnack berichtet vom Süllberg. Video (03:47 min)

Erster Neujahrsempfang für Bürgermeister Tschentscher

Erstmals hat Peter Tschentscher als Erster Bürgermeister zum traditionellen Neujahrsempfang ins Hamburger Rathaus eingeladen. Es kamen etwa 700 Gäste zu der Veranstaltung. (01.01.2019) mehr

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 11.01.2019 | 10:18 Uhr

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