Stand: 09.01.2020 22:02 Uhr

Polit-Prominenz bei Blankeneser Neujahrsempfang

Friedrich Merz (CDU, l-r), Claudia Roth, (Grünen) und Christian Lindner (FDP) beim 25. Blankeneser Neujahrsempfang im Restaurant auf dem Süllberg in Blankenese. © picture alliance/dpa Foto: Christian Charisius
CDU-Politiker Friedrich Merz, Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) und FDP-Chef Christian Lindner kamen nach Blankenese.

Wenn "Klönschnack"-Herausgeber Klaus Schümann zum Neujahrsempfang lädt, kommt auch die Polit-Prominenz aus Berlin nach Hamburg-Blankenese. Mit CDU-Politiker Friedrich Merz, FDP-Chef Christian Lindner und Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) feierten am Donnerstagabend rund 1.000 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport und Gesellschaft auf dem Süllberg knapp 75 Meter über der Elbe.

Lindner lästert über die Uni

FDP-Chef Christian Lindner machte sich in seiner Rede über die Hamburger Universität lustig. Er habe im Oktober an einer Diskussionsveranstaltung in der Hochschule teilnehmen wollen, das sei aber untersagt worden. Er habe lange überlegt, warum. "Jetzt weiß ich es: Hamburg ist ja ein Exzellenzstandort an den Hochschulen, da kann nicht jeder rein", ätzte Lindner. "Jetzt verstehe ich auch, warum der letzte Politiker, der vor mir hat sprechen dürfen, Kevin Kühnert gewesen ist." Das Auftrittsverbot hatte die Universität damit begründet, dass das Überlassen von Räumen für Veranstaltungen mit parteipolitischer Ausrichtung explizit ausgeschlossen sei. Im November hatte Lindner dann vor dem Gebäude geredet.

Roth fordert "Bürgerinnenschaft"

Claudia Roth forderte in ihrem Vortrag mehr "Bürgerinnenschaft". "Lassen Sie es uns leben, was ich ohnehin mit Hamburg tief verbinde und das ich mir noch viel mehr wünsche im neuen Jahr: Bürgerschaft im wahrsten Sinne des Wortes oder Bürgerinnenschaft", sagte die Bundestagsvizepräsidentin. Das umschreibe für sie einen gesellschaftlichen und politischen Umgang, der Raum lasse für gegenseitigen Respekt "und auch mal für ein Augenzwinkern".

Merz "lobt" Bürgermeister Tschentscher

CDU-Politiker Friedrich Merz machte dem Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), der früher Laborarzt im Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) war, ein vergiftet-launiges Kompliment: "Ich habe großen Respekt vor Ihrer Arbeit, insbesondere vor der Tatsache, dass Sie mit einem ordentlichen Beruf in ein politisches Amt gegangen sind. Das unterscheidet Sie von vielen." Der SPD-Politiker sei damit nach der Bürgerschaftswahl am 23. Februar "resozialisierungsfähig". Wenn Tschentscher im nächsten Jahr zum Neujahrsempfang einlade, werde er auch ins UKE kommen, sagte Merz unter dem Gelächter der Gäste.

Traditionsveranstaltung in Blankenese

Zu Beginn der Veranstaltung hatte Tschentscher selbst geredet - und mit launigen Worten für seine Partei geworben. Innerhalb weniger Sekunden rasselte er die Kernthemen der SPD für den laufenden Wahlkampf herunter - und mahnte dann die folgenden Redner Lindner, Roth und Merz: "In Hamburg darf man nie den Ersten Bürgermeister direkt kritisieren." Nur Journalisten würden diese wichtige Regel nicht kennen.

Schon zum 25. Mal hatte "Klönschnack"-Herausgeber Schümann zum "politischen Aschermittwoch des Nordens" geladen. Das dritte Mal fand er nun auf dem Süllberg statt. Der "Klönschnack" wird bereits seit 1983 kostenlos an die Haushalte in den Hamburger Elbvororten verteilt.

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Christian Lindner vor der Universität Hamburg. © picture alliance/dpa Foto: Axel Heimken

Lindner spricht vor Uni Hamburg zu Studierenden

FDP-Chef Lindner hat vor der Universität Hamburg zu rund 100 Studierenden zum Thema Meinungsfreiheit gesprochen. Eine Veranstaltung in der Hochschule war von der Uni-Leitung untersagt worden. (11.11.2019) mehr

Die Vertreterinnen und Vertreter der Grünen auf dem Neujahrsempfang des Abendblatts: Till Steffen, Anna-Lena Baerbock, Katharina Fegebank, Robert Habeck, Anna Gallina und Anjes Tjarks. Im Hintergrund: Abendblatt-Geschäftsführer Claas Schmedtje und Chefredakteur Lars Haider.  Foto: Andreas Gaertner

"Abendblatt"-Empfang: Bürgerschaftswahl größtes Thema

Rund 900 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport sind zum Neujahrsempfang des "Hamburger Abendblatts" gekommen. Hauptgesprächsthema war die Bürgerschaftswahl im Februar. (06.01.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 09.01.2019 | 21:00 Uhr

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