Stand: 28.07.2020 20:12 Uhr

Ploß soll Hamburger CDU aus der Krise führen

Christoph Ploß (CDU), Bundestagsabgeordneter seiner Partei, spricht während einer Pressekonferenz der CDU Hamburg. © picture alliance / dpa Foto: Daniel Reinhardt
Christoph Ploß will neuer CDU-Chef in Hamburg werden.

Die Hamburger CDU stellt sich personell neu auf: Roland Heintze wird nicht erneut als Landesvorsitzender kandidieren. Er werde bei einem für den 26. September geplanten Landesparteitag den Bundestagsabgeordneten Christoph Ploß als Nachfolger vorschlagen, sagte Heintze am Dienstag.

Ploß werde zuvor einen "Masterplan 2025" vorlegen, wie die Partei nach ihrem desaströsen Abschneiden bei der Bürgerschaftswahl im Februar dieses Jahres wieder Sichtbarkeit, inhaltliches Profil und Kampagnenfähigkeit erhalten solle. Zudem wolle der 35-Jährige Vorsitzende des Kreisverbands Nord einen Prozess anstoßen, der in ein neues Grundsatzprogramm der Hamburger CDU münden werde.

Ploß kündigt Kandidatur an

"Ich bin bereit, als Landesvorsitzender der CDU Hamburg zu kandidieren", sagte Ploß. Er kündigte an, die CDU inhaltlich mit den Schwerpunkten Innere Sicherheit, Bildung und Wirtschaft neu aufzustellen. Bei der Inneren Sicherheit gehe es ihm darum, "wie Hamburg zur sichersten Großstadt Deutschlands werden kann". Die CDU stehe zu den Sicherheitskräften. Auch der Hafen sei beim jetzigen rot-grünen Senat in schlechten Händen. Ploß bemängelt "Schlick, der nicht aus der Elbe entfernt wird, dass die Preise weiter steigen und der Hafen immer mehr abgehängt wird". Aber auch Tierschutz und Umwelt sollen eine größere Rolle spielen bei der "Kümmerer-Partei CDU", wie Ploß sie nennt.

Unterstützung von Fraktionschef Thering

Unterstützung erhielt Ploß auch von Fraktionschef Dennis Thering. "Christoph Ploß und ich arbeiten seit vielen Jahren sehr gut und vertrauensvoll zusammen. Er ist unglaublich engagiert und wird der Hamburger CDU neue Impulse verleihen", erklärte er. Thering hatte die Fraktionsführung im März übernommen. Ploß ist Landesvize und Vorsitzender des Kreisverbands Nord. Seit 2017 sitzt er als direkt gewählter Abgeordneter im Bundestag.

Bürgerschaftswahl: CDU nur noch bei 11,2 Prozent

Bei der Wahl am 23. Februar hatte die Hamburger CDU mit nur noch 11,2 Prozent der Stimmen ihr drittes historisch schlechtestes Ergebnis in Folge eingefahren. Danach war Kritik am Spitzenkandidaten, dem Altonaer Bundestagsabgeordneten Marcus Weinberg, aber auch an Heintze und der Ruf nach personeller Erneuerung laut geworden.

Als Grund für seinen Rückzug vom Parteivorsitz nannte Heintze berufliche Gründe. Allerdings könne er sich vorstellen, auch dem neuen Landesvorstand noch als Schatzmeister anzugehören, sagte er. Der 47-Jährige ist geschäftsführender Gesellschafter einer PR-Agentur. Er hatte den CDU-Landesvorsitz nach der Wahlschlappe 2015 von Weinberg übernommen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 28.07.2020 | 13:00 Uhr

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