Stand: 14.09.2018 07:14 Uhr

Pläne für "Elbtower" spalten die Experten

Im Stadtentwicklungsausschuss ist der geplante Wolkenkratzer an den Elbbrücken auf unerwartet klare Kritik gestoßen. Bei einer Anhörung im Hamburger Rathaus sahen einige Experten ernsthafte Bau- und Kostenprobleme für den "Elbtower". Es gab aber auch Lob für das Projekt. Das Gebäude soll mit etwa 235 Metern Hamburgs höchstes Hochhaus werden.

Kritik: Investor hat keine Erfahrung mit solchen Projekten

Hamburgs früherer Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) hatte die Verträge mit dem privaten Investor Signa aus Österreich stets als betonsicher bezeichnet. Im Ausschuss bekam diese Aussage erste Risse. Henning Laubinger, Geschäftsführer der Deutschen Immobilien Entwicklungs GmbH erklärte, Signa habe noch kein Hochhaus dieser Größe gebaut. Wenn ein Investor in Schieflage gerate, nütze auch eine Vertragsstrafe in zweistelliger Millionenhöhe nichts.

"Massiver Eingriff in das Stadtgesicht"

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Hamburg Journal

Expertenausschuss tagt zum "Elbtower"

13.09.2018 19:30 Uhr
Hamburg Journal

Im Rathaus hat am Donnerstag der Stadtentwicklungsausschuss der Bürgerschaft getagt. Dabei wurden Experten zum geplanten Bau des "Elbtowers" gehört. Video (00:41 min)

Der Immobilienberater Andreas Kleinau glaubt zwar an eine wirtschaftliche Nutzung, sagte aber, für ein Großunternehmen könnte es nicht sinnvoll sein, sich einzumieten. Der kritische Stadtplaner Mario Bloem lehnt das Hochhaus ganz ab: "Es ist ein massiver Eingriff in das Stadtgesicht von Hamburg. Das Hauptproblem ist, dass es kein Wahrzeichen ist, sondern das Gegenteil: Es macht unsere Wahrzeichen, die wir in Hamburg haben, kaputt." Denn es stelle diese in den Schatten.

"Gewinn für die Stadt"

Anders beurteilte der Hamburger Architekt Volker Halbach den "Elbtower": "Ich kann nur sagen, dass die architektonische Qualität in Detailausarbeitung, in der Fassaden-Technik und wie das Haus dort steht, gut ist. Da ist ein gute Wahl getroffen, ein Gewinn für die Stadt."

Anwalt: Kein Risiko für Hamburg

Rechtsanwalt Johannes Conradi, der die Verträge ausgehandelt hat, betonte, Hamburg trage kein Risiko. Die eigentlich nicht vorgesehene Aussichtsplattform könne man mit dem Investor nachverhandeln, meint er.

So soll der "Elbtower" in Hamburg aussehen

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 14.09.2018 | 07:00 Uhr

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