Stand: 18.01.2019 11:16 Uhr

Pilotprojekt gibt Geduldeten Chance in Hamburg

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Rund 5.000 geduldete Flüchtlinge leben zurzeit in Hamburg (Symbolfoto).

Eigentlich hätten sie schon längst das Land verlassen müssen: 5.000 Flüchtlinge leben in Hamburg, die hier nur geduldet sind - manchmal schon seit vielen Jahren, weil sie es geschafft haben, die Behörden zu überzeugen, nicht ausreisen zu müssen. Weil sie dennoch ausreisepflichtig sind, dürfen sie nicht arbeiten und keine Deutschkurse besuchen. Jetzt aber hat die Stadt einigen von ihnen noch eine letzte Chance gegeben, sich in Hamburg doch noch zu integrieren: Bereits 28 haben nach Informationen von NDR 90,3 eine Arbeitserlaubnis bekommen und eine sogenannte Chancen-Duldung.

Hamburg könnte sparen

Das bedeutet, dass sie langfristig damit rechnen können, nicht mehr abgeschoben zu werden - jedenfalls, wenn sie sich integrieren. Auch die Stadt hat etwas von diesem Pilot-Projekt: Gelingt die Integration dieser Flüchtlinge, spart Hamburg Geld für Sozialleistungen - und Arbeitgeber finden im besten Fall neue Fachkräfte.

Erste Erfahrungen sind nach Einschätzung der Behörden positiv. Die Motivation dieser Langzeit-Geduldeten sei groß. Allerdings gebe es nach jahrelanger Ungewissheit auch Vorbehalte gegenüber staatlichen Stellen. Viele Flüchtlinge haben ähnlich wie Langzeitarbeitslose bereits resigniert und sind zu krank, um zu arbeiten.

38 nahmen bisher an Projekt teil

Der Zentrale Koordinierungsstab Flüchtlinge hat das Pilotprojekt "VIEL Hamburg" ("Voraussetzungen der Integration und Entwicklung Langzeitgeduldeter in Hamburg") in Zusammenarbeit mit der Sozial- und Innenbehörde bereits im vergangenen Jahr gestartet. In sieben Hamburger Flüchtlingsunterkünften wurden 87 Langzeitgeduldete - manche leben seit 14 Jahren in Hamburg - ausgewählt. Allerdings nahmen nur 38 an dem Projekt teilt, die anderen lehnten aus unterschiedlichen Gründen ab. Rechtliche Grundlage dafür ist das 2015 beschlossene Gesetz zur Neubestimmung des Bleiberechts

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 18.01.2019 | 11:00 Uhr

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