Physik-Nobelpreis für Hamburger Klimaforscher Klaus Hasselmann

Stand: 05.10.2021 20:46 Uhr

Der gebürtige Hamburger Klaus Hasselmann teilt sich den Nobelpreis für Physik mit dem in den USA arbeitenden Japaner Syukuro Manabe und dem Italiener Giorgio Parisi. Sie werden unter anderem für das physikalische Modellieren des Klimas ausgezeichnet.

Klaus Hasselmann wurde 1931 in Hamburg geboren. Er war zunächst Professor und später Direktor des Instituts für Geophysik und Planetarische Physik an der Universität Hamburg. Nach mehreren Auslandsstationen übernahm er von 1975 bis November 1999 die Leitung des Max-Planck-Instituts für Meteorologie in Hamburg und war von 1988 bis 1999 wissenschaftlicher Direktor am Deutschen Klimarechenzentrum in Hamburg.

Grundlage für das Wissen über das Erdklima gelegt

Zusammen mit Manabe und Parisi wurde Hasselmann für "bahnbrechende Beiträge zu unserem Verständnis komplexer physikalischer Systeme" ausgezeichnet, wie das Nobelkomitee am Dienstag mitteilte. Man hätte mit der Forschung die Grundlage für das Wissen über das Erdklima und den Einfluss des Menschen gelegt und die Theorie ungeordneter Materialien und zufälliger Prozesse revolutioniert.

Hasselmann: "Für mich ist das ein schöner Traum"

"Ich bin noch ganz überrascht. Ich will gar nicht aufwachen, für mich ist das ein schöner Traum", sagte Hasselmann der Nachrichtenagentur Reuters. Er sei jetzt pensioniert, die Forschung gehe weiter, so die Reaktion des gebürtigen Hamburgers.

Hasselmann zählt zu den führenden deutschen Klimaforschern. Bereits in den 90er-Jahren entwickelte er eine Methode, die den Effekt menschengemachter Treibhausgase auf die globale Durchschnittstemperatur zeigen konnte. Das übernahm der UN-Klimarat und stellte fest, dass der Mensch das globale Klima beeinflusst.

Susanne Röhse im Studio von NDR 90,3 © NDR Foto: Marco Peter
AUDIO: Gebürtiger Hamburger mit Nobelpreis für Physik ausgezeichnet (1 Min)

Gratulationen aus dem Hamburger Rathaus

Der Hamburger Senat gratulierte dem 89-Jährigen am Dienstag zur Auszeichnung. Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sagte, dass Hasselmanns Forschung "ein herausragendes Beispiel für exzellente Wissenschaft in Hamburg" sei. Seine Forschungsergebnisse mahnten "uns als Gesellschaft, den Kampf gegen den Klimawandel mit Nachdruck voranzutreiben", sagte auch die Zweite Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne). Der Preis sei ein Erfolg für den Wissenschaftsstandort Hamburg, so Fegebank.

Knapp eine Million Euro Preisgeld

Die bedeutendste Auszeichnung für Physiker wird von der Schwedischen Akademie der Wissenschaften verliehen und ist in diesem Jahr mit insgesamt zehn Millionen Kronen (rund 980.000 Euro) dotiert.

Im vergangenen Jahr hatten der deutsche Reinhard Genzel und die US-Forscherin Andrea Ghez den Physik-Nobelpreis erhalten. Sie hatten das supermassereiche Schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstraße entdeckten. Zudem wurde 2020 der Brite Roger Penrose geehrt, der erkannte, dass die Bildung von Schwarzen Löchern eine Vorhersage der Allgemeinen Relativitätstheorie ist.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Hamburg Journal | 05.10.2021 | 19:30 Uhr

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