Stand: 03.02.2020 16:13 Uhr

Patienten nicht versorgt? Altenpflegerinnen angeklagt

Schild Amtsgericht Hamburg-Harburg.
Zwei Altenpflegerinnen müssen sich vor dem Amtsgericht in Harburg verantworten.

Zwei Altenpflegerinnen müssen sich seit Montag vor dem Amtsgericht Hamburg-Harburg verantworten. Ihnen wird Freiheitsberaubung und versuchte Misshandlung von Schutzbefohlenen vorgeworfen. Laut Anklage sollen die beiden 30-jährigen Frauen demente Heimbewohner nachts nicht versorgt haben.

Schwere Vorwürfe

Die beiden Frauen sollen sich nachts schlafen gelegt haben, statt sich um die 78 Heimbewohner zu kümmern. Bei Patienten, die oft um Hilfe baten, sollen sie einfach die Klingeln rausgezogen haben - auch bei einem dementen älteren Herrn, der Atemprobleme hatte und Sauerstoff benötigte. Um die Bewohner nachts nicht versorgen zu müssen, hätten die Pflegerinnen ihnen einfach mehrere Windeln übereinander gezogen, heißt es in der Anklage weiter.

Angeklagte stellen sich als Opfer dar

Die angeklagten Frauen stellen sich selbst hingegen nicht als Täterinnen, sondern als Opfer dar. Sie seien von der Heimleiterin gemobbt worden, behaupteten sie vor dem Amtsgericht, die habe ihnen eine Falle gestellt. Hintergrund: Eine der Pflegerinnen hatte sich zuvor über Missstände im Heim beschwert. Das Gericht will nun noch weitere Zeuginnen vorladen und zu den Vorwürfen vernehmen.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 03.02.2020 | 16:00 Uhr

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