Stand: 28.01.2020 22:03 Uhr  - NDR 90,3

Parteien unterstützen Synagogen-Wiederaufbau

Die Jüdische Gemeinde Hamburg soll an historischem Platz wieder eine Synagoge bekommen: SPD, Grüne, CDU, FDP und Linke haben sich auf einen interfraktionellen Antrag verständigt, der diesen Plan ausdrücklich unterstützt. Am Mittwoch wird er in der Bürgerschaft zur Abstimmung gestellt.

Wird Synagoge in Hamburg wieder aufgebaut?

Hamburg Journal -

Bis Ende der 1930er-Jahre stand im heutigen Uni-Viertel die größte Synagoge Norddeutschlands. Die Nazis zerstörten sie. Nun gibt es Planungen für einen Wiederaufbau.

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In NS-Zeit verwüstet und abgerissen

Mit dem Wiederaufbau der alten Bornplatzsynagoge im Grindelviertel solle "das jüdische Leben in Hamburg sichtbarer" gemacht werden, heißt es in dem Antrag. An diesem Ort - heute heißt er Joseph-Carlebach-Platz - stand einst Norddeutschlands größtes jüdisches Gotteshaus. 1938 wurde es bei den November-Pogromen zerstört, die Gemeinde musste es auf Geheiß der Nazis auf eigene Kosten abreißen. Genau an dieser Stelle soll nun wieder eine Synagoge entstehen.

Neue Synagoge soll Original ähneln

Sie werde sich wahrscheinlich architektonisch stark am Original orientieren, so Philipp Stricharz, Vorsitzender der Gemeinde. Sprecher der Fraktionen sehen in der Initiative kurz vor der Wahl und einen Tag nach dem Holocaust-Gedenken ein sehr starkes und wichtiges Signal gegen wieder aufkeimenden Antisemitismus.

Finanzierung noch unklar

Eine vom Bund finanzierte Machbarkeitsstudie soll bis Ende des Jahres vorliegen und zeigen, was an dem Platz möglich und nötig ist. Offen ist auch noch die Finanzierung. Einerseits seien Bund und Land sicher mit in der Pflicht, heißt es aus allen Fraktionen. Aber auch an die Spendenbereitschaft der Hamburgerinnen und Hamburger wird appelliert.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 28.01.2020 | 17:00 Uhr

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