Stand: 03.09.2018 15:24 Uhr

Organspende: Hamburg unterstützt Reformpläne

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Rückendeckung von seiner Hamburger Amtskollegin bekommen. Auch Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) spricht sich für neue Regeln bei Organspenden aus. Spahn hatte vorgeschlagen, die Voraussetzungen für eine Organentnahme zu lockern. Künftig solle jeder automatisch ein Spender sein, solange er oder seine Angehörigen nicht ausdrücklich widersprechen. Nur mit der Widerspruchslösung könne die Organspende zum Normalfall werden. In Deutschland gilt bislang die sogenannte Entscheidungslösung, sodass eine Entnahme nur möglich ist, wenn eine Zustimmung vorliegt.

Ein Organspendeausweis.

Organspende: Zuspruch für Widerspruchlösung

Hamburg Journal -

Bundesgesundheitsminister Spahn will die Organspende für alle zur Regel zu machen. Es sein denn, man sagt vorher nein. Gesundheitssenatorin Prüfer-Storcks (SPD) findet die Widerspruchlösung richtig.

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Sie finde es richtig, dass endlich eine breite Debatte über die Widerspruchslösung angeschoben wird, sagte Prüfer-Storcks im Gespräch mit NDR 90,3. Denn es werde Zeit, dass es in Deutschland endlich mehr Organspender gebe. Gleichzeitig will sie die Entscheidung nicht übers Knie brechen: Wie bei allen Abstimmungen über ethisch schwierige Fragen sollte der sogenannte Fraktionszwang im Bundestag aufgehoben werden.

Kontroverse Debatte

Und dass es sich um eine schwierige Frage handelt, zeigen bereits die ersten Reaktionen: Der Chef des Deutschen Ethikrates, Peter Dabrock, hält zum Beispiel nichts von einer Widerspruchslösung. Damit werde aus der Organspende eine Organ-Abgabepflicht, sagte Dabrock. Und auch der Zentralrat der Katholiken ist skeptisch, denn diese Neuregelung würde einen weitreichenden Eingriff in die Integrität des Menschen und seines Körpers bedeuten.

Aber auch wenn die Widerspruchslösung nicht kommt, ist aus Sicht von Hamburgs Gesundheitssenatorin schon viel gewonnen. Weil jede Debatte dazu führe, dass sich Menschen mit dem Thema Organspende beschäftigen.

Mehr Organspenden in Hamburg

Die Zahl der Organspenden in Hamburg hat sich in der ersten Jahreshälfte mehr als verdoppelt. Das geht aus einer Statistik der Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) hervor. Danach stellten in Hamburg 30 Menschen ihre Organe für eine Transplantation zur Verfügung, 2017 waren es 13. Auch die Zahl der gespendeten Organe ist in Hamburg deutlich von 43 (2017) auf 103 (2018) angewachsen. Diese Steigerung liege weit über der bundesweiten Entwicklung: Laut DSO gab es in den ersten sechs Monaten bundesweit 484 Organspender. Damit ist die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um 72 gestiegen. Die Zahl der gespendeten Organe stieg auf 1.576 (2017: 1.331).

Weitere Informationen
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Jeder soll Organspender sein

Die Zahl der Organspenden muss nach Ansicht von Gesundheitsminister Jens Spahn wieder steigen. Deshalb will er die Debatte um die Widerspruchslösung neu anstoßen. Mehr bei tagesschau.de. extern

In Hamburg steigt die Zahl der Organspenden

Die Zahl der Organspenden hat sich in Hamburg in der ersten Jahreshälfte mehr als verdoppelt. Diese Steigerung liegt weit über der bundesweiten Entwicklung. (13.07.2018) mehr

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WissensCheck: Organtransplantation

29.05.2018 09:20 Uhr
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Seit 50 Jahren werden in Deutschland Organtransplantationen durchgeführt. Etwa 10.000 Menschen stehen derzeit auf der Warteliste für eine Organspende. Tim Berendonk mit Fakten. Video (10:55 min)

Zahl der Organspenden in Hamburg soll steigen

24 Menschen haben in Hamburg 2017 nach ihrem Tod ihre Organe gespendet - so wenige wie seit Jahren nicht. Mit einem neuen Gesetz will die Gesundheitsbehörde jetzt Abläufe verbessern. (06.02.2018) mehr

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Fragen und Antworten zur Organspende

Wie funktioniert die Verteilung von Spenderorganen? Wie wird sie kontrolliert? Wie groß ist die Gefahr von Missbrauch und Manipulation? tagesschau.de gibt einen Überblick. (22.10.2015 ) extern

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 01.06.2018 | 16:00 Uhr

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