Bei der Sitzung der Hamburgischen Bürgerschaft im Rathaus Hamburg spricht Dirk Kienscherf, Fraktionsvorsitzender der SPD. © picture alliance/dpa Foto: Ulrich Perrey

Opposition kritisiert Hafenpolitik des Hamburger Senats

Stand: 18.08.2021 15:49 Uhr

Ist der Hamburger Hafen auf Kurs - oder in einer gefährlichen Schieflage? Darüber hat die Bürgerschaft am Mittwoch gestritten.

Die Opposition machte dem rot-grünen Senat dabei schwere Vorwürfe. Lastwagen im Dauerstau, vor allem weil an vielen Stellen gleichzeitig gebaut wird, dazu marode Brücken und Kaimauern: CDU-Fraktionschef Dennis Thering ließ an der Hafenpolitik von SPD und Grünen kein gutes Haar. "Dieser Senat lässt den Hafen, er lässt die Unternehmen, er lässt die ganze Wirtschaft bei uns in Hamburg im Stich", sagte er.

Ein neuer Plan für die Hafentwicklung sei seit Jahren überfällig, meinte Norbert Hackbusch, der Hafenexperte der Linken: "Das ist Vergessen, das ist Vernachlässigung, das ist Verwahrlosung." Der Zustand der Brücken und Straßen im Hafen sei schlechter geworden. Hinzu komme, dass sich die dort Beschäftigten nicht mitgenommen fühlten, die Macht der Reeder immer größer werde und er auch Debatten über geplante Beteiligungen ausländischer Reedereien an Terminals vermisse.

Vorwürfe gegen den Verkehrssenator

Das größte Problem für den Hamburger Hafen heißt Anjes Tjarks, findet die AfD. Auch Anna von Treuenfels von der FDP unterstellte dem grünen Verkehrssenator, den Hafen mehr oder weniger bewusst zu behindern. "Meinen Sie eigentlich ernsthaft, wenn man mit dem Lastenfahrrad die Container über die Elbe bringt, dass dann in Griechenland und Spanien der Wald nicht mehr brennt?", fragte sie provokativ.

Wirtschaftssenator Westhagemann: Wir stärken den Hafen

"Unsinn" und "heiße Luft" nannte Grünen-Fraktionschef Dominik Lorenzen die Vorwürfe. Und Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (SPD) entgegnet der geballten Oppositionskritik: "Der Hafen ist stark - und die Stärken stärken wir." Etwa dadurch, dass im Hafen mehr als 1,6 Milliarden Euro in sogenannten grünen Wasserstoff investiert würden. Der Senator kündigte einmal mehr den seit Jahren erwarteten Hafenentwicklungsplan an. Dort würden Antworten auf Fragen nach der Zukunft des Hafens bis 2040 gegeben.

 

Weitere Informationen
Angela Titzrath, Vorstandsvorsitzende der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), steht auf dem Gelände des Containerterminal Altenwerder. © picture alliance/dpa Foto: Christian Charisius

HHLA-Chefin: Verzögerungen im Hafen noch bis Jahresende

Die Corona-bedingten Probleme im Hamburger Hafen haben weiter Auswirkungen, meint Angela Titzrath. (18.08.2021) mehr

Aufgestapelte Container stehen auf einem Containerschiff der Reederei Hapag-Lloyd im Hamburger Hafen. © picture alliance / dpa Foto: Bodo Marks

Halbjahresbilanz: Hapag-Lloyd macht deutlich mehr Gewinn

Die Hamburger Reederei profitiert von steigenden Frachtpreisen. Ein Ende der Transportengpässe ist noch nicht in Sicht. (13.08.2021) mehr

Ein Schiff liegt am Container-Terminal Tollerort. © picture alliance/dpa Foto: Georg Wendt

Chinesische Reederei verhandelt mit HHLA über Einstieg

Die Staatsreederei COSCO will einen Anteil am Terminal Tollerort übernehmen. Die Verhandlungen sind weit fortgeschritten. (04.06.2021) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 18.08.2021 | 15:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

Autos fahren an den Wahlplakaten von Bündnis 90/Die Grünen (l-r) mit Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock, SPD mit Kanzlerkandidaten Olaf Scholz und CDU mit Kanzlerkandidaten Armin Laschet vorbei. © dpa picture alliance Foto: Kay Nietfeld

Letzte Vorbereitungen für Bundestagswahl in Hamburg

Knapp 1,3 Millionen Hamburger sind am Sonntag zur Bundestagswahl aufgerufen. Viele haben auch schon per Brief abgestimmt. mehr