Stand: 19.11.2018 11:23 Uhr

Ohlsdorfer Friedhof will Mensch-Tier-Gräber

In Hamburg-Ohlsdorf können sich Menschen möglicherweise bald das Grab mit ihren Tieren teilen. Der Friedhof überlegt derzeit, Grabstätten anzubieten, in denen zuerst das Tier und später der Mensch beigesetzt wird. "Wir hören immer wieder von Menschen, die den Wunsch danach haben", sagte der Geschäftsführer des Friedhofs, Carsten Helberg, im Gespräch mit NDR 90,3.

Auf einem Grab steht eine Figur einer Katze

Bald gemeinsames Grab von Mensch und Tier?

Hamburg Journal -

Auf dem Friedhof in Hamburg-Ohlsdorf können sich Menschen möglicherweise bald das Grab mit ihren Tieren teilen. Doch zunächst muss dafür das Bestattungsgesetz geändert werden.

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"Zunächst denken wir dabei an Hunde und Katzen"

Für den Fall, dass der Tierbesitzer zuerst stirbt, könnte man neben der Urne einen Platz für das Haustier reservieren. Der Tierbesitzer müsse die Grabregelung dann per Testament an Angehörige übermitteln, sagte Helberg. Um welche Tierarten es geht, ist noch offen. Zunächst denke man mit dem Angebot aber an Hunde und Katzen. Die Tiere müssten verbrannt und die Asche in Urnen überführt werden.

Gesetz müsste geändert werden

Nach Informationen des "Hamburger Abendblatts" könnten solche gemeinsamen Grabstätten im östlichen Teil des Ohlsdorfer Friedhofs entstehen. Weil derzeit Tiere als "Grabbeigabe" noch verboten sind, müsste die Bürgerschaft dafür allerdings ein Gesetz ändern.

Die Grünen im Hamburger Rathaus finden die Idee gut - denn schließlich sei bei vielen Menschen die Verbindung zu ihrem Haustier so eng, dass sie sich auch eine gemeinsame Grabstätte wünschten. Etwas zurückhaltender ist der Koalitionspartner, die SPD: Erst einmal sollten die rechtlichen Fragen geklärt werden, bevor überhaupt über die Vor- und Nachteile eines gemeinsamen Mensch-Tier-Friedhofes diskutiert werde. Die CDU lehnt den Vorschlag dagegen ab: Ein Friedhof sollte Ort des Gedenkens an die Menschen bleiben, Tiere sollten weiterhin nur auf einem Tierfriedhof bestattet werden.

Hamburg wäre nicht die erste Stadt

Hamburg würde auf jeden Fall zu einer der wenige Städte in Deutschland gehören, in der gemeinsame Bestattungen möglich wären. Wie groß die Nachfrage tatsächlich wäre, bleibt aber offen.

Der Ohlsdorfer Friedhof ist mit 389 Hektar der größte Parkfriedhof der Welt - und zugleich Hamburgs größte Grünanlage. Das Mitführen von Haustieren ist für Besucher bislang verboten.

Entdeckungstour über den Ohlsdorfer Friedhof

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 19.11.2018 | 10:15 Uhr

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