Stand: 11.01.2019 14:01 Uhr

Obdachlosenbefragung: Zahl Betroffener steigt

Die Hamburger Sozialbehörde hat offiziell die Ergebnisse der jüngsten Obdachlosenbefragung vorgelegt. Den Angaben zufolge leben etwa 2.000 Menschen in der Stadt auf der Straße. Das sind fast doppelt so viele wie bei der letzten Befragung 2009.

Viele Obdachlose aus dem Ausland

Die Ergebnisse der Befragung von März 2018 zeigen: Zwei von drei Obdachlosen kommen inzwischen aus dem Ausland. Während 2009 noch 70 Prozent der Betroffenen in Hamburg aus Deutschland kamen, sind es 2018 noch 36 Prozent gewesen. Inzwischen lebten viele Menschen aus osteuropäischen Staaten in der Stadt.

Die allermeisten der Wohnungslosen hätten die Hoffnung, einen Job zu finden, betont Christine Tügel vom Paritätischen Wohlfahrtsverband. Deshalb fordert sie mehr Engagement für die Menschen: "Die Freizügigkeit ist gewollt, also muss man auch Hilfestellung geben", sagt sie. Insbesondere müssten Arbeitswillige zu sozialversicherungspflichtigen Bedingungen beschäftigt werden.

Wohlfahrtsverbände: mehr Hilfen notwendig

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Auch die Arbeitsgemeinschaft der Hamburger Wohlfahrtsverbände fordert mehr Angebote für alle Wohnungs- und Obdachlosen. Dabei sei nicht bestimmend, woher sie kommen, sagt Sandra Berkling von der Organisation. Die Menschen würden trotz abschreckender Maßnahmen nach Deutschland kommen. Sie hätten in ihrem Heimatland oftmals schlicht keine Perspektive. Wichtigste Aufgabe sei daher, die Verelendung von Obdachlosen zu stoppen.

Sozialbehörde will über Konsequenzen reden

Laut den Wohlfahrtsverbänden muss sich die Stadt das Ziel setzen, die Zahl der Wohnungs- und Obdachlosen in den nächsten fünf Jahren zu halbieren. Die Sozialbehörde selbst verweist dagegen auf das bereits bestehende Hilfssystem. Sie will die Ergebnisse der Obdachlosenbefragung, die teilweise schon vorher bekannt waren, nun auf einer Tagung mit allen Beteiligten diskutieren.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 11.01.2019 | 13:00 Uhr

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