Stand: 16.03.2018 17:14 Uhr

Noch kein Ende der Grippewelle in Hamburg

Die Grippewelle wird Hamburg nach Ansicht von Experten auch in den kommenden Tagen zu schaffen machen. Einen guten Überblick über die Lage hat das Großlabor der Hamburger Asklepios-Kliniken. Denn dort werden die Blut-Proben aller Patienten untersucht. Anfang der Woche ging die Zahl der positiv auf Grippe getesteten Proben etwas zurück. Offenbar, weil die Temperaturen angestiegen waren und es die ersten Frühlingstage gab. Mit dem erneuten Kälteeinbruch in den vergangenen Tagen stieg dann wieder die Zahl der Erkrankungen und liegt wieder auf dem Niveau der vergangenen Wochen. Und so lange das Wetter so bleibt, wird sich nach Einschätzung von Asklepios daran auch wenig ändern. Denn Grippe-Viren verbreiten sich bei kaltem und nasskalten Wetter besonders leicht.

Deutlich mehr Fälle als im Vorjahr

Damit bleibt Hamburg eine Grippe-Hochburg. Wie stark es die Stadt in diesem Jahr erwischt hat, macht ein Vergleich mit dem Vorjahr deutlich: 2017 gab es um diese Zeit knapp 3.000 registierte Fälle - in diesem Jahr sind es schon fast 5.000. Und da nicht jeder mit einer Grippe zum Arzt geht, dürfte die Dunkelziffer noch deutlich höher liegen.

Bislang sechs Todesfälle

Allerdings zeichnet sich ab, dass die Viren in dieser Saison nicht ganz so aggressiv sind: Im vergangenen Jahr waren bis zur zweiten März-Woche 14 Menschen an den Folgen der Grippe gestorben, in diesem Jahr sind es sechs. Die großen Hamburger Unternehmen stecken die Grippewelle nach eigenen Angaben relativ gut weg. Auf Anfrage von NDR 90,3 teilten die Unternehmen mit, dass es zu keinen größeren Produktionsausfällen kam.

Grippe: Ansteckungsgefahr und Schutz

Grippeviren werden durch Tröpfcheninfektion etwa beim Niesen, Husten oder Sprechen übertragen. Zudem kann man sich durch Händeschütteln oder über kontaminierte Gegenstände anstecken. An Türklinken, Telefonhörern oder Computer-Tastaturen können sie mehrere Stunden überleben. An Geldstücken haften sie bis zu 17 Tage. Bis zu 15 Stunden nach einer Berührung lassen sich noch Keime auf der Haut nachweisen. Beim Reiben von Nase oder Augen werden sie dann von der Hautoberfläche auf die Schleimhäute ihres nächsten Wirtes übertragen.

Als sicherster Schutz vor der Übertragung der Keime gilt daher häufiges Händewaschen. Es reduziert das Ansteckungsrisiko um 50 Prozent. Ansteckungsgefahr besteht vor allem dort, wo sich viele Menschen aufhalten, beispielsweise in öffentlichen Verkehrsmitteln, Arbeitsstätten, Schulen oder Kaufhäusern.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 16.03.2018 | 17:00 Uhr

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