Stand: 19.02.2020 20:47 Uhr  - NDR 90,3

Neues Hamburger Frauenhaus öffnet im Sommer

Der Standort ist geheim, doch der Umbau des Gebäudes in dem Hamburgs sechstes Frauenhaus untergebracht werden soll, geht voran. Bis Juli sollen die Arbeiten abgeschlossen werden, teilte Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) am Mittwoch mit. Unter anderem wurden Wände versetzt, um auf jeder Etage große Räume wie etwa eine Gemeinschaftsküche zu schaffen. Die Zimmer werden Platz für ein bis drei Personen bieten. Für die Kinder gibt es eigene Räume wie Tobezimmer und "Matschküche", in denen täglich pädagogische Angebote stattfinden sollen. "Schließlich gehen die Kinder mit dem Einzug ins Frauenhaus erst mal nicht mehr in die bisherige Schule oder Kita", sagte die Senatorin.

Frauenhäuser werden von Stadt finanziert

Finanziert wird das sechste Frauenhaus in Hamburg von der Stadt, an der Organisation ist die Behörde aber nicht beteiligt. Die Einrichtung wird von einem unabhängigen Verein betrieben. Alle Frauenhäuser in der Hansestadt sind autonom. Das sozialpädagogische Team im neuen Frauenhaus legt einen Schwerpunkt darauf, dass die Frauen wieder selbstständig an der Gesellschaft teilhaben können. Der Aufenthalt werde als "Anfang einer neuen Entwicklung" gesehen und das Selbstbewusstsein der betroffenen Frauen entsprechend gestärkt, so Leonhard.

Spezielles Sicherheitskonzept erforderlich

Für das Gebäude mit insgesamt 32 Plätzen gibt es ein spezielles Sicherheitskonzept. So werden etwa einschlagsichere Fenster eingebaut. Die Unterkunft solle gegen spontane, grobe Übergriffe gesichert sein, so Leonhard, "dabei aber nicht wie ein Gefängnis wirken". Außerdem muss sie "so normal wie möglich" wirken und darf nicht zu abgeschieden liegen. Ein Gebäude mit diesen Spezialanforderungen zu finden, sei eine Herausforderung gewesen.

Frauenhäuser in Hamburg werden weiter ausgebaut

Am Donnerstag unterzeichnet Leonhard mit Bundesfrauenministerin Franziska Giffey (SPD) eine Vereinbarung, um Frauen besser vor Gewalt zu schützen. In den kommenden drei Jahren fließen jeweils 800.000 Euro des Bundes in den Aus- und Neubau von Hamburger Frauenhäusern und Beratungsstellen. Das Geld soll unter anderem in eine Vergrößerung der Anlaufstelle "24/7" investiert werden.

Weitere Informationen
Ein Kind buddelt im Sand, vorne ein Dreirad © NDR Foto: Marie-Caroline Chlebosch

Schutz vor Gewalt: Frauenhäuser in Hamburg

Die Koordinierungs- und Servicestelle "24/7" bietet Frauen Hilfe bei Gewalt. Mehr Informationen gibt es bei der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration. extern

Eine Frau sitzt im Frauenhaus auf einem Bett © dpa / picture alliance Foto: Maja Hitij

Neues Hamburger Frauenhaus: Träger steht fest

Die Pläne für Hamburgs sechstes Frauenhaus kommen voran. Ein neu gegründeter Verein hat von der Sozialbehörde den Zuschlag erhalten und wird das neue Haus künftig betreiben. (05.10.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 19.02.2020 | 17:00 Uhr

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