Stand: 12.10.2018 15:57 Uhr

Neuer Windpark: Strom soll auch Forscher füttern

Forschung und Stromerzeugung gleichzeitig: Das findet ab sofort in einem Windpark in Bergedorf statt. Die Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW) arbeitet dort mit dem städtischen Versorger Hamburg Energie zusammen. Am Freitag ist die Anlage offiziell von Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) eröffnet worden.

Mächtig drehen sich die Flügel der 180 Meter hohen Windkraftanlagen im neuen Bergedorfer Forschungswindpark. Für Professor Werner Beba von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften klingt das Rauschen wie Musik. Wenn es nach dem Wissenschaftler geht, soll die Millionenstadt eher heute als morgen Strom und Wärme einzig aus erneuerbaren Energiequellen beziehen: "Im Prinzip können wir hier in Bergedorf im Kleinen erproben, wie die Energiewende im größeren Kontext, in Hamburg und Schleswig-Holstein, funktionieren kann." Der Windpark eröffne den Wissenschaftlern neue Möglichkeiten, den Echtbetrieb von Windenergieanlagen zu analysieren und in die Ausbildung von Studierenden einzubeziehen, sagte Tschentscher.

Windräder in Hamburg-Bergedorf. © NDR Foto: Julia Weigelt

Windpark in Curslack eröffnet

Hamburg Journal -

In Curslack ist ein neuer Windpark in Betrieb gegangen. Er erzeugt Strom, soll aber auch der Forschung dienen. Wie das funktioniert, erklärt Werner Beba von der HAW Hamburg.

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Vorteil: Voller Zugriff auf die Daten

Die fünf großen Windkraftanlagen wurden gezielt neben den Energie-Campus der HAW in Bergedorf gebaut. Für die Forscher eine einmalige Gelegenheit: Weil die Hochschule auch Miteigentümer des Windparks ist, hat sie den vollen Zugriff auf gemessene Daten, erläutert Beba. Der lokal erzeugte Strom kann direkt genutzt werden - zum Beispiel zur Wärmeerzeugung.

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Matthias Kühl von der HAW erklärt die Anlage in Bergedorf.

Wie das zukünftig besser und billiger klappen kann, erforscht Matthias Kühl. Der wissenschaftliche Mitarbeiter der Hochschule weiß: In Spitzenzeiten werden Windkraftanlagen sogar abgeschaltet, weil Stromspeicher fehlen. "Wir nehmen diese Energiemengen, die hier erzeugt werden, aber nicht in Bergedorf verbraucht werden, und wandeln sie in Wasserstoff um."

Windräder versorgen 15.000 Haushalte

Den kann man sofort benutzen, wie etwa in Hamburg, wo damit Busse angetrieben werden. Oder man kann daraus Erdgas machen und zum Heizen nutzen - nach dem Rückkauf des Fernwärmenetzes durch die Stadt Hamburg hat die Forschung der HAW noch mehr Rückenwind. Über 22 Millionen Euro haben die fünf Windräder gekostet, die nicht nur Forschungsobjekt sind, sondern auch 15.000 Bergedorfer Haushalte versorgen.

Das Geld kommt von der HAW, Hamburg Energie und dem Windkraft-Planer und Investor Ole Augustin. Die HAW ist froh über den städtischen Energieversorger als Partner, denn dieser bringt eine pfiffige Idee mit, wie Geschäftsführer Michael Prinz erklärt: "Wir wollen damit auch die Windkraft greifbar machen und wir wollen auch ermöglichen, einen Beitrag zur Energiewende zu leisten, das ist ja sonst nicht so einfach."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 11.10.2018 | 10:20 Uhr

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