Stand: 28.07.2020 19:57 Uhr  - NDR 90,3

Neuer Seenotrettungskreuzer "Hamburg" getauft

Der neue Seenotrettungskreuzer "Hamburg". © NDR Foto: Dietrich Lehmann
Der Seenotrettungskreuzer "Hamburg" wurde in Bremen getauft.

Ein neuer Seenotrettungskreuzer ist am Dienstag auf den Namen "Hamburg" getauft worden. Wegen der Corona-Pandemie fand die traditionelle Zeremonie in Bremen am Sitz der Deutscher Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) statt. Moderatorin Anke Harnack als Botschafterin der Seenotretter zerschlug die Champagnerflasche am Bug und wünschte dem Schiff "allzeit gute Fahrt und eine sichere Heimkehr". Das Spezialschiff ersetzt an der Nordseeküste in der Station Borkum nach 32 Dienstjahren den Vorgänger "Alfried Krupp".

Tochterboot heißt "St. Pauli"

Eigentlich hätte die "Hamburg" am 19. April in der Hansestadt getauft werden sollen, deren Namen sie trägt - und zwar vor der Elbphilharmonie. Das fiel wegen der Corona-Pandemie jedoch aus. In Hamburg sind viele Spenden für den Neubau gesammelt worden. Stattdessen ging der Kreuzer mit der internen Bezeichnung "SK 40" Mitte April in Borkum in Dienst. Das acht Meter lange Tochterboot erhielt den Namen "St. Pauli". Das war das Ergebnis einer Online-Abstimmung, an der nach DGzRS-Angaben etwa fast 9.000 Menschen teilgenommen hatten. Die Namen aller 104 Hamburger Stadtteile standen zur Auswahl.

Bau in der Fassmer-Werft

Gebaut wurde die etwa zehn Millionen Euro teure "Hamburg" in der Fassmer-Werft in Berne an der Unterweser. Sie ist der vierte Seenotrettungskreuzer der 28-Meter-Klasse, vollständig aus leichtem Aluminium konstruiert und auf schwerste See ausgelegt. Zwei Maschinen mit zusammen knapp 4.000 PS beschleunigen das Schiff auf 24 Knoten (etwa 46 Kilometer pro Stunde). Auf der Brücke der "Hamburg" hängt übrigens ein Porträt des kürzlich verstorbenen Schauspielers Jan Fedder, der lange Botschafter der Seenotretter war.

DGzRS: 2.140 Rettungseinsätze im Jahr 2019

Die Seenotrettung ist in Deutschland nicht staatlich organisiert, sondern liegt in Händen der DGzRS. Der 1865 gegründete Verein finanziert sich ausschließlich über Spenden. 2019 betrug das Spendenaufkommen 55 Millionen Euro. Die Seenotretter fuhren vergangenes Jahr 2.140 Einsätze und bargen 351 Menschen aus Gefahr.

Weitere Informationen
Seenotretter mit ihrem Equipment (Arrangement) aus der Vogelperspektive. © DGsRS

"Tag der Seenotretter" ins Internet verlegt

Der "Tag der Seenotretter" findet in diesem Jahr komplett im Internet statt. Die 55 Stationen der DGzRS an Nord- und Ostseeküste können virtuell besucht werden. (25.07.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 28.07.2020 | 15:00 Uhr

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