Stand: 13.08.2019 06:11 Uhr

Neuer Klimaplan für Hamburg bis zum Jahresende

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Bis zum Jahresende will er Hamburgs neuen Klimaplan vorlegen: Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne).

Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) hat angekündigt, bis Ende des Jahres einen neuen Klimaplan vorzulegen. Das sagte er im Interview mit NDR 90,3. In dem Plan legt der Senat fest, wie viel klimaschädliches CO2 er einsparen will.

Alle Behörden einbeziehen

Außer der Umweltbehörde sollen auch die anderen Hamburger Behörden mehr Verantwortung für den Klimaschutz übernehmen. Das fordert Kerstan von seiner Partei. "Das alte Prinzip: Die Umweltbehörde überlegt sich was und muss dann jede Maßnahme bei den anderen Kollegen mühsam einzeln durchkämpfen, das ist nicht erfolgreich gewesen", so der Senator im Gespräch. Und das sei auch zu langsam. Stattdessen solle jede Behörde künftig vom Senat eine Vorgabe bekommen, wie viel CO2, also Kohlenstoffdioxid, in ihrem Ressort eingespart werden soll. Die Behörden sollten außerdem selbst erarbeiten, wie sie ihre Ziele erreichen wollen.

Strengere Regeln für die Kreuzfahrt

Um klimaschädliches CO2 einzusparen, fordert Kerstan aber auch strengere Abgasregeln für Kreuzfahrtschiffe. Hamburgs Hafen gehöre nicht nur zu den schönsten Ecken der Stadt, sondern auch zu den denen mit der schlechtesten Luft. Angebote wie Landstromanlagen der Stadt nähmen die Reedereien nicht in Anspruch, so der Umweltsenator. 

Keine Landstrompflicht für Containerschiffe

Zudem seien viele Schiffe, die den Hamburger Hafen anlaufen, nicht landstromfähig. Der nächste Schritt müsse sein: Entweder man habe einen umweltfreundlichen Antrieb oder eine Landstromanlage - oder man könne den Hamburger Hafen als Kreuzfahrer nicht mehr anlaufen, so Kerstan weiter. Eine Landstrompflicht für Containerschiffe lehnt Kerstan hingegen ab. Er befürchtet, die Frachter könnten dann andere Häfen anlaufen.

Forderung: 55 Prozent CO2 einsparen

Der derzeitige Klimaplan stammt von 2015. Darin steht, dass die Stadt bis 2030 insgesamt 50 Prozent CO2 im Vergleich zu 1990 einsparen will. Kerstan forderte nun, diesen Wert auf 55 Prozent zu erhöhen. In der kommenden Woche behandelt der Senat das Thema auf einer Sondersitzung.

Unterschiedliche Reaktionen

Der Sprecher des NABU in Hamburg, Malte Siegert, betonte in einer ersten Reaktion, die Umweltschutzorganisation fordere schon lange eine umfassende Abgasbehandlung oder Landstromanschlüsse für Kreuzfahrtschiffe in Hamburg. Besser wäre es, auch die Containerschiffe mit einzubeziehen. Aber das gehe nur, wenn alle Häfen in Nordeuropa dies tun würden. Der Kreuzfahrtverband CLIA sieht Kerstans Forderung kritisch, denn sie laufe ins Leere. Der Deutschland-Direktor des Verbandes, Helge Grammerstorf, sagte viele Kreuzfahrtschiffe, die Hamburg anlaufen, hätten einen Landstromanschluss, könnten den aber nicht nutzen, da sie wegen ihrer Größe am Terminal in Steinwerder liegen müssten. Und dort gebe es bekanntlich durch die Stadt keine Versorgung mit Elektrizität von der Kaimauer aus.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 13.08.2019 | 06:00 Uhr

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