Ein Entwurf zeigt ein Haus für Clubs an der geplanten neuen Sternbrücke.

Neubau der Sternbrücke: Tjarks verspricht mehr Bürgerbeteiligung

Stand: 26.11.2021 07:39 Uhr

Bei den umstrittenen Plänen rund um den Neubau der Sternbrücke in Altona soll es mehr Bürgerbeteiligung geben. Das hat Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) im Verkehrsausschuss der Bürgerschaft gesagt.

Dabei geht es vor allem um die neue Straßenführung unter der Brücke und die Zukunft der Kulturbetriebe rund um die Brücke. Fest steht: Im Zuge des Neubaus wird die Kreuzung Stresemannstraße/Max-Brauer-Allee breiter. Das soll vor allem mehr Platz für Busse und Haltestellen schaffen. Wie das im Detail aussehen könnte, dazu will Senator Tjarks die Bürgerinnen und Bürger beteiligen.

Linke kritisiert Konzept

Heike Sudmann von der Fraktion der Linken kritisierte den Entwurf des Verkehrskonzepts. "Sie machen eine riesengroße Straße und wundern sich hinterher, dass die Leute immer noch Auto fahren", warf sie Tjarks im Ausschuss vor. Der begründete das Vorhaben mit dem rasant steigenden Bedarf, weil immer mehr Menschen aus dem Hamburger Westen in Richtung Innenstadt und wieder zurück wollten.

Alternativen für Clubs sollen geprüft werden

Bei der Frage, wo die derzeit ansässigen Clubs einen Platz finden, will Tjarks nun auch Alternativen im Umfeld prüfen. Der Senat hatte bereits einen Neubau für Kultur in Aussicht gestellt. Man wolle auch schauen, ob Clubs genau in die Ecken an der Brücke zurück könnten wo sie bisher gewesen sind.

Bahn kündigt Umweltverträglichkeitsprüfung an

Nach Kritik in einer öffentlichen Anhörung vor vier Wochen, hat die Deutsche Bahn außerdem eine nachträgliche Umweltverträglichkeitsprüfung angekündigt. Dabei soll unter anderem die Verschattung durch den Neubau betrachtet werden.

Senat schließt Sanierung bestehender Brücke aus

Dass statt der wesentlich größeren neuen Brücke auch die alte saniert werden könnte, haben Senat und Deutsche Bahn einmal mehr entschieden zurückgewiesen. Bahn-Projektleiter Markus Warnken sagte, dass es niemanden geben wird, der den vorhandenen Stahl der 100 Jahre alten Brücke für weitere 50 Jahre oder länger zertifiziert.

Baustart für 2023 geplant

Die Bahn möchte die knapp 100 Jahre alte und seit Jahren sanierungsbedürftige Sternbrücke durch einen rund 125 Millionen Euro teuren Neubau ersetzen. Der Baustart ist für Anfang 2023 geplant, die Fertigstellung bis Ende 2026. Die Brücke über der Straßenkreuzung von Stresemannstraße und Max-Brauer-Allee zählt mit täglich mehr als 900 S-Bahnen, Regional- und Fernzügen zu den meistgenutzten innerstädtischen Gleisabschnitten in Deutschland. Unter ihr passieren täglich etwa 50.000 Fahrzeuge das Bauwerk. Das Bauprojekt ist auch umstritten, weil für den Neubau mehrere Häuser abgerissen und eine Reihe von Clubs und Kneipen weichen müssen.

Weitere Informationen
Konzeptzeichnung der geplanten neuen Bogenbrücke an der Stelle der Sternbrücke.

Sternbrücke: Bahn stellt Entwürfe zur Online-Diskussion

In einer Anhörung wurden die Pläne für den Neubau der Brücke in Altona erneut kritisiert. Jetzt soll es mehr Beteiligung geben. (30.10.2021) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 26.11.2021 | 08:00 Uhr

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