Nur wenige Reisende sind im Hamburger Hauptbahnhof während des Streiks der Lokführergewerkschaft GDL unterwegs. © picture alliance/dpa Foto: Bodo Marks

Nach Streik: Bahnverkehr weitgehend normal gestartet

Stand: 13.08.2021 06:50 Uhr

Der bundesweite Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ist um 2 Uhr in der Nacht zum Freitag beendet worden. Die Deutsche Bahn geht davon aus, dass der Bahnverkehr schnell wieder in den Normalbetrieb übergeht.

Die Züge des Fern- und Regionalverkehrs seien am Freitagmorgen weitestgehend normal gestartet, sagte eine Bahn-Sprecherin. Auch die Hamburger S-Bahnen seien wieder planmäßig unterwegs. Nur einen Teilausfall im Fernverkehr habe es gegeben. Vereinzelt könne es noch zu solchen Einschränkungen kommen, so die Sprecherin.

Zwei Tage Notbetrieb bei Hamburger S-Bahn

Am Mittwoch und am Donnerstag hatte der Streik der Lokführerinnen und Lokführer auch in Hamburg für erhebliche Einschränkungen im Zugverkehr gesorgt. In der Hansestadt war nicht nur der Fernverkehr betroffen, sondern auch der S-Bahn-Verkehr, der nur in einem Notbetrieb lief.

Die wichtigsten Linien S1, S21 und S3 fuhren auch am Donnerstag nur in einem im 20-Minuten-Takt. In den verbleibenden Zügen war es allerdings häufig sehr eng, vor allem im Berufsverkehr - Corona-Abstandsregeln waren kaum einzuhalten. Am Donnerstagmorgen gab es zum Beispiel in Harburg völlig überfüllte S-Bahnen, wie ein Reporter von NDR 90,3 berichtete.

Die Linien S11, S2 und S31 waren am Mittwoch und Donnerstag komplett ausgefallen. Der HVV und die S-Bahn rieten dazu, sich vor Fahrtantritt über hvv.de oder die HVV-App zu informieren und gegebenenfalls auf andere Verkehrsmittel auszuweichen. Nicht von dem Streik betroffen waren die U-Bahnen, Busse, die AKN-Bahn und die Nordbahn.

Im Fernverkehr dürfte es voll werden

Für den Fernverkehr, der sich im Laufe des Freitags normalisieren soll, riet die Bahn den Fahrgästen, sich jedoch vorab über ihre geplante Zugverbindung zu informieren. Die Züge dürften demnach am Freitag und am Wochenende sehr voll sein. Man rechne mit den reisestärksten Tagen in diesem Jahr. Viele hätten ihre Reisen wegen des Streiks auf diese Tage verschoben. Zudem werde wegen der Ferien in zwölf Bundesländern und des sommerlichen Wetters eine hohe Auslastung erwartet.

GDL-Vize: Entscheidung über weitere Streiks nächste Woche

Die GDL, die zu den Arbeitsniederlegungen aufgerufen hatte, will erst in der kommenden Woche über mögliche weitere Streiks bei der Deutschen Bahn entscheiden. Man werde zunächst bewerten, wie der Bahn-Vorstand auf den ersten Streik reagiert, sagte der Vize-Vorsitzende der GDL, Norbert Quitter. Die GDL-Mitglieder fordern höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen. Unter anderem verlangen sie eine Corona-Prämie von 600 Euro und 3,2 Prozent mehr Geld in zwei Stufen. Die Bahn hatte der GDL zuletzt Lohnerhöhungen von 1,5 und 1,7 Prozent in zwei Schritten angeboten. 95 Prozent der Teilnehmenden bei der Urabstimmung hatten sich für einen Arbeitskampf ausgesprochen. In der Belegschaft schwelt auch ein Streit zwischen GDL und der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG darum, wer letztlich die Tarifverträge mit dem Unternehmen maßgeblich aushandelt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 13.08.2021 | 06:00 Uhr

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