Stand: 17.01.2019 16:48 Uhr

Nach "Ku Klux Klan"-Razzia: Anti-Merkel-Demo abgesagt

Nur wenige Stunden nach Bekanntwerden der Hausdurchsuchung bei einem mutmaßlichen "Ku Klux Klan"-Anhänger in Hamburg ist eine geplante Anti-Merkel-Demonstration abgesagt worden. Sie sollte Anfang Februar in der Innenstadt stattfinden. Die Initiative "Merkel muss weg" hatte seit Anfang vergangenen Jahres regelmäßig zu Kundgebungen in Hamburg aufgerufen.

Verbindungen zur Anti-Merkel-Demo?

In der am Mittwoch durchsuchten Wohnung in Wandsbek wohnt ein Mann, der auch Mitglied der Facebook-Gruppe der "Merkel muss weg"-Demonstranten gewesen ist, heißt es vom Hamburger "Bündnis gegen Rechts". Bei dem 1962 geborenen Gerüstbauer fanden die Ermittler am Mittwoch nach NDR Informationen eindeutige Bekenntnisse zum rechtsextremen "Ku Klux Klan".

"Bündnis gegen Rechts" glaubt an Distanzierungsversuch

Offenbar, so glaubt man beim "Bündnis gegen Rechts", wollen die Organisatoren der "Merkel muss weg“-Demonstration verhindern, dass sie nach den Hausdurchsuchungen noch intensiver mit dem rechtsextremen Lager in Verbindung gebracht werden.

Offizielle Absage aus Sicherheitsgründen

Offiziell werden auf der Internetseite "Sicherheitsargumente" als Begründung für die Absage der Demonstration ins Feld geführt. Der Ausfall der rechten Kundgebung dürfte bei den Geschäftsleuten in der Innenstadt für Erleichterung sorgen. Regelmäßig gab es lautstarke und zahlenmäßig weit größere Gegenkundgebungen und ein massives Polizeiaufgebot. Im September waren deutlich mehr als 10.000 Menschen gegen nicht einmal 100 Teilnehmer der rechten Kundgebung auf die Straße gegangen.

Warnungen des Verfassungsschutzes

Besonders viel Kritik hatte die Tatsache ausgelöst, dass sich auch prominente Redner der AfD an der Anti-Merkel-Kundgebung beteiligt hatten, trotz deutlicher Warnungen des Verfassungsschutzes. Auf Sicht sind die "Merkel-muss-weg"-Demonstrationen nun wohl ein Auslaufmodell: Die zunächst angekündigten wöchentlichen Aufmärsche wurden mangels Beteiligung auf einen Monatsrhythmus reduziert. Mittlerweile sind mindestens drei dieser Termine abgesagt worden.

Razzia in acht Bundesländern

Bei der Razzia gegen mutmaßliche "Ku Klux Klan"-Anhänger waren am Mittwoch Gebäude in acht Bundesländern durchsucht worden, darunter auch in Hamburg. Dabei hätten die Beamten mehr als 100 Waffen sichergestellt. Die Beschuldigte im Alter von 17 bis 59 Jahren sollen eine kriminelle Vereinigung unter dem Namen "National Socialist Knights of the Ku Klux Klan Deutschland" gebildet haben.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 17.01.2019 | 17:00 Uhr

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