Stand: 19.05.2020 15:36 Uhr

Nach Corona-Auflagen: Kinder wieder in den Kitas

Nach mehrwöchiger Corona-Isolation haben viele Hamburger Kita-Kinder seit Montag wieder Kontakt zu anderen: Die Fünf- bis Sechsjährigen dürfen wieder ihren Kindergarten besuchen. Allein beim Kita-Träger Elbkinder sind Hunderte Fünf- und Sechsjährige zu Wochenbeginn wieder in die Einrichtungen gekommen.

Rund 80 Prozent nutzen das Angebot

Genaue Zahlen gibt es noch nicht. "Es zeichnet sich aber ab, dass rund 80 Prozent der Eltern die Betreuungsmöglichkeiten für die Fünf- bis Sechsjährigen in Anspruch nehmen", sagte Elbkinder-Sprecherin Katrin Geyer. Die Kinder würden sich freuen, dass sie nun wieder in ihre Kitas gehen können. "Wiedereingewöhnungsprobleme gab es dabei gar nicht, zumal es ja auch die älteren, 'erfahrenen' Kita-Kinder sind, die nun wiederkommen."

In den Kitas können zudem weiterhin Mädchen und Jungen aller Altersgruppen die Notbetreuung in Anspruch nehmen, wenn ein dringender Betreuungsbedarf besteht. Für die schrittweise Öffnung der Kitas bis Juli sieht die Hamburger Sozialbehörde vier Stufen vor. Sollte die Anzahl der Neuinfektionen auf einem vertretbaren Niveau bleiben, werden die Kitas Anfang Juli wieder im Normalbetrieb arbeiten. Im Juni könnten die Viereinhalbjährigen folgen, Ende Juni die Dreijährigen und im Juli die Krippenkinder. Allerdings kommen viele Kitas unter den geltenden Hygienebedingungen bereits jetzt an die Grenzen ihrer Möglichkeiten - zum Beispiel, wenn einige Einrichtungen nur wenige Räume haben, in die Kleingruppen aufgeteilt werden können.

Sozialbehörde: "Wir fahren auf Sicht"

Der Stufenplan der Sozialbehörde sei nicht in Stein gemeißelt, hieß es von der Behörde. Man fahre hier auf Sicht. Würden Corona-Ausbrüche in Kitas gemeldet oder die Infektionszahlen in Hamburg steigen, müsste der Stufenplan erst mal gestoppt werden. Es könne allerdings auch sein, dass die Betreuung schneller ausgeweitet werde, wenn alles gut laufe. Im Zweifel müssten dann aber noch mal die jetzt geltenden Bestimmungen angepasst werden, so die Sozialbehörde. Weil die Situation in den Kitas sehr unterschiedlich sei, bräuchte es flexible Regeln und auch individuelle Lösungen. Diese sollen dann in Abstimmung mit den Eltern umgesetzt werden. Zum Beispiel könnten im Einzelfall größere Gruppen oder gestaffelte Betreuungszeiten eingerichtet werden.

Eltern müssen keine Kita-Gebühren zahlen

Die Kita-Träger bekommen derzeit weiterhin ihr reguläres Budget von der Sozialbehörde. Daher können sie auch weiterhin Mittagessen für alle Kinder anbieten und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter voll bezahlen. Diejenigen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht direkt mit Kindern arbeiten können, sollen etwa Angebote für die zu Hause betreuten Kinder erstellen, Kontakt zu den Familien halten und an pädagogischen Konzepten arbeiten. Und für Eltern gilt: Solange es keinen Regelbetrieb in den Kitas gibt, müssen sie weiterhin keine Gebühren zahlen.

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