NABU überreicht 28.000 Unterschriften gegen Bau der A26-Ost

Stand: 30.03.2021 16:44 Uhr

Der Naturschutzbund (NABU) Hamburg hat dem Hamburger Senat am Dienstag symbolisch mehr als 28.000 gesammelte Unterschriften gegen den geplanten Neubau der A26-Ost überreicht.

Die Unterschriften wurden dem Senat auf dem Rathausmarkt übergeben. Der NABU hält das Projekt nicht für zeitgemäß und protestierte deshalb in Dinosaurier-Kostümen gegen die Hafenautobahn. Die A26-Ost soll durch die Stadtteile Moorburg und Wilhelmsburg führen und auf zehn Kilometer Länge die A7 und die A1 verbinden.

Kritik an Klimafolgen und explodierenden Kosten

Das Projekt werde unter anderem kritisiert, weil es wertvolle Moorböden und Naturräume in Hamburgs Süden zerstört, erklärte der NABU. Sowohl durch den Bau als auch durch den Betrieb werde der Klimawandel massiv vorangetrieben. Hinzu komme "eine Kostenexplosion von zunächst veranschlagten 900 Millionen auf jetzt 1,8 Milliarden Euro" für eine nur zehn Kilometer lange Autobahn.

Überzogene Wachstumserwartungen für Hafen?

"Mehr Autobahnen führen zu noch mehr Verkehr. So kann der Verkehrssektor seine negativen Einflüsse nicht reduzieren", sagte der NABU-Vorsitzende Malte Siegert. Das Gesamtprojekt A26-Ost sei an überzogene Wachstumserwartungen im Hamburger Hafen gebunden, sagte Jonas Voß, NABU-Referent für Umweltpolitik. Im Dezember hatte der NABU Bundesverband die A26-Ost als Umweltsünde mit dem Negativ-Umweltpreis "Dino des Jahres" ausgezeichnet.

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NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 30.03.2021 | 16:00 Uhr

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