Stand: 25.08.2020 21:06 Uhr

Museum Elbinsel Wilhelmsburg: Bezirk wird Betreiber

Das Museum Elbinsel Wilhelmsburg soll mit Geld vom Bund, von der Hamburgischen Bürgerschaft und aus dem Quartiersfonds saniert werden. Von Bauarbeiten ist am fast 300 Jahre alten ehemaligen Amthaus in Kirchdorf bisher allerdings noch nichts zu sehen. Aber jetzt gibt es eine wichtige Neuigkeit: Der Bezirk Hamburg-Mitte wird künftig Betreiber des Heimatmuseums.

Bisher wurde das Museum ausschließlich von Ehrenamtlichen betrieben. Wenn es jetzt für viel Geld saniert wird - von zehn Millionen Euro ist bisher die Rede - dann soll das Museum künftig auch häufiger geöffnet sein und mehr Besucher anlocken. Gerd Nitzsche vom Verein Museum Elbinsel Wilhelmsburg sagte NDR 90,3: "Das soll zukünftig fast ein Vollmuseum werden, jeden Tag auf, vielleicht auch nur drei Tage die Woche, aber auf jeden Fall nicht nur am Sonntag wie bisher. Und das können wir als Ehrenamtliche nicht leisten und daher wurde ein Betreiber gesucht."

Nach Sanierung übernimmt der Bezirk

Der ist jetzt gefunden. Bezirksamtsleiter Falko Droßmann (SPD) bestätigte, dass das Bezirksamt Hamburg-Mitte künftig die Verantwortung für den Betrieb übernehmen werde. "Das Museum Elbinsel Wilhelmburg wird saniert und wenn das Gebäude fertig saniert ist, wird es an den Bezirk Hamburg-Mitte übergehen."

Neues Konzept gefragt

Es werde aber nicht so sein, dass der Bezirk sich einfach mal ein Museumskonzept ausdenkt, so Droßmann. "Das Bezirksamt Hamburg-Mitte ist nicht in der Lage ein Museumskonzept zu erstellen. Wir wollen uns Rat bei anderen suchen." Man wolle den Verein ganz eng mit einbeziehen, "aber wir wollen auch die Wilhelmsburgerinnen und Wilhelmsburger fragen, was die sich von ihrem Museum Elbinsel Wilhelmsburg erwarten."

Droßmann: Nicht nur alte Gegenstände zeigen

Blick auf das Elbinselmuseum im Stadtteil Wilhelmsburg. © picture alliance / dpa Foto: Daniel Bockwoldt
Museum Elbinsel Wilhelmsburg: Das denkmalgeschützte Gebäude wird saniert.

Wichtig findet Droßmann, dass nicht nur alte Gegenstände gezeigt werden. Von denen gibt es jede Menge in dem Museum, etwa Werkzeug und Möbel - zum Beispiel einen ganz frühen Kühlschrank, eine hölzerne Kommode mit einem Fach, in das Eis aus der Dove Elbe geschüttet wurde, um damit Lebensmittel zu kühlen. Das sei alles spannend, aber in dem Museum müsse es auch einen Bezug zum heutigen Leben geben, so Droßmann. "Nehmen wir das Beispiel der Sturmflut. Erinnern wir nur an das, was in den 1960er-Jahren passiert ist, oder können wir auch eine Brücke schlagen zwischen der Vergangenheit und der Zukunft?" Etwa in dem man frage, wie es mit der Klimaentwicklung ist, warum Hamburg so viel Geld ausgeben müsse, um die Deiche zu erhöhen?

Verein wünscht sich junge Mitglieder

Die Ehrenamtlichen begrüßen den Einstieg des Bezirks Hamburg-Mitte. Nun müsse man sich um die Verwaltung und um die Finanzierung keine Sorgen mehr machen und könne sich auf inhaltliche Arbeit konzentrieren, heißt es. Peter Beenk, der ehrenamtlich die Bibliothek betreut, würde sich über neue Vereinsmitglieder freuen: "Vor allem wünsche ich mir jüngere Menschen. Wir im Vorstand sind alle nicht mehr so ganz jung - wir wünschen uns Junge, die auch aktiv mitarbeiten."

Wiedereröffnung in vier Jahren?

Als nächstes wird das Museum erstmal leer geräumt und alles wird eingelagert. Das macht eine Spezialfirma. Dann folgt die Sanierung. Die Ehrenamtlichen schätzen, dass 2024 die Wiedereröffnung gefeiert werden kann.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Kulturjournal | 25.08.2020 | 19:00 Uhr

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