Stand: 17.09.2020 17:04 Uhr

Mord an Rentner - Angeklagter will erst später aussagen

Im Prozess um den Mord an einem Rentner in Wilhelmsburg verbirgt der Angeklagte sein Gesicht hinter einem Aktenordner. © picture alliance/dpa Pool/dpa Foto: Daniel Bockwoldt
Am ersten Prozesstag verbarg der Angeklagte sein Gesicht hinter einem Aktenordner.

Er soll einen 83 Jahre alten Bekannten in dessen Wohnung im vergangenen März ermordet und ausgeraubt haben: Ein 54 Jahre alter Mann muss sich seit Donnerstag vor dem Hamburger Landgericht verantworten. Zum Auftakt des Prozesses kündigte der Angeklagte eine Aussage an. In der Anklage würden Tatsachen behauptet, die nicht stimmten, sagte sein Verteidiger. Da es aber noch Besprechungsbedarf gebe, werde sein Mandant erst am Dienstag aussagen.

Größere Summe Bargeld im Haus

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten Mord aus Habgier und zugleich Raub mit Todesfolge vor. Laut Anklage kannte der 54-Jährige sein späteres Opfer und wusste, dass der Rentner große Bargeldsummen zu Hause verwahrte. Um ungestört nach dem Geld suchen zu können, habe der Mann den Rentner von hinten stranguliert. Anschließend habe der Angeklagte die Wohnung durchsucht und aus einem Koffer Bargeld in Höhe von mindestens 99.950 Euro an sich genommen. Rund 50.000 Euro, die in der Waschmaschine versteckt waren, blieben unentdeckt.

Zeuge: "Das würde ich ihm niemals zutrauen"

Ein Bekannter des Opfers, der auch den Angeklagten kennt, sagte am Donnerstag über den 54-Jährigen: "Das würde ich ihm niemals zutrauen." Der Angeklagte sei ein herzlicher und humorvoller Mann, der stets großzügig gewesen sei. Der Zeuge erzählte allerdings auch von einem Gespräch mit dem Angeklagten Anfang des Jahres. Da habe dieser ihn gefragt, ob es wahr sei, dass der Rentner einen Geldkoffer in der Wohnung habe.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 17.09.2020 | 14:00 Uhr

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