Stand: 02.07.2020 14:43 Uhr  - NDR 90,3

Junge Nachbarin getötet: Lebenslang für 35-Jährigen

Im Prozess um den gewaltsamen Tod einer 22-jährigen Frau in der Amandastraße in Hamburg-Eimsbüttel hat das Landgericht den Angeklagten am Donnerstag zu einer lebenslangen Haft verurteilt. Der 35-Jährige habe die Frau ermordet, um einen vorausgegangenen Vergewaltigungsversuch zu vertuschen, so die Begründung des Vorsitzenden Richters.

Die junge Frau war erst kurz vor der Tat am 23. April 2019 in die Nachbarwohnung gezogen. Der Angeklagte habe sie attraktiv gefunden, wie er einem Freund erzählte. An jenem Tag im April hatte er stundenlang Porno-Videos angeschaut. Irgendwann habe er dann beschlossen, sich seiner Nachbarin sexuell zu nähern, so der Richter.

Ehemann stand unter der Dusche

Spätabends klingelte er an ihrer Tür und brachte sie in der Gewalt, während der Ehemann der Frau unter der Dusche nichts davon mitbekam. Dem Täter gelang es, die 22-Jährige mit Gewalt oder einer Drohung in seine Wohnung nebenan zu bringen und versuchte, sie zu vergewaltigen. Als sie am Boden lag und sich heftig wehrte, trat er auf ihren Hals, bis sie erstickte. Die Leiche legte er später am Straßenrand hinter einem Gebüsch ab.

Ex-Freundin schwer verletzt

Der 35-jährige hatte schon zuvor wiederholt Gewalt gegen Frauen ausgeübt. Seine frühere Freundin hatte er krankenhausreif geprügelt, weil er den Reis zu kalt fand, den sie gekocht hatte. Der Angeklagte könne sich auch freundlich und hilfsbereit verhalten, sagte der Richter. Er habe aber auch eine ausgesprochen dunkle Seite, vor allem beim Durchsetzen seiner Interessen gegenüber Frauen.

Zum Prozessauftakt im Oktober vergangenen Jahres hatte der Angeklagte die Tötung eingeräumt und bereut. Er habe unter Drogen gestanden. Den Vorwurf der versuchten Vergewaltigung hatte er bestritten.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 02.07.2020 | 13:00 Uhr

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